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Kinoplakat: Contact
Kleine esoterische Albernheit
und hochklassiges Handwerk
Titel Contact
(Contact)
Drehbuch Carl Sagan + Ann Druyan + James V. Hart + Michael Goldenberg
nach dem Roman von Carl Sagan
Regie Robert Zemeckis, USA 1997
Darsteller Jodie Foster, Matthew McConaughey, James Woods, John Hurt, David Morse, Tom Skerritt, Angela Bassett, Jay Leno, Larry King u.a.
Genre Science Fiction, Drama
Filmlänge 150 Minuten
Deutschlandstart
9. Oktober 1997
Inhalt
Sind wir Menschen die einzigen intelligenten Wesen im Universum?

Seit ihrer Kindheit beschäftigt sich die Astronomin Ellie Arroway mit dieser Frage. Eine unersättliche Neugier treibt sie an und hat sie zur Expertin auf diesem Gebiet gemacht. Monatelang analysiert Ellie Radiowellen, die über gigantische Teleskopen aus dem Weltraum aufgefangen werden; und eines Tages dechiffriert sie eine Botschaft. Sie beweist: Es gibt Leben da draußen. Ein Traum ist wahr geworden. Aber schon streiten sich Lobbyisten weltweit darüber, wie man auf die Botschaft reagieren sollte und wer den Erstkontakt herstellen darf.

Alle wissen es plötzlich besser als Ellie. Auch ihr Ex-Lover Palmer Joss teilt Ellies Ansichten nur unter Vorbehalt. Ellie besteht auf ihrem Recht, die Menschheit bei der Begegnung mit den Aliens zu vertreten – sie will Kontakt aufnehmen

Was zu sagen wäre

Dieser Film macht es einem nicht leicht. Beim ersten Mal fand ich ihn sehr prätenziös, eine esoterische Albernheit, in die sich Jodie Foster verirrt hatte (Nell – 1994; „Maverick“ – 1994; Sommersby – 1993; „Das Wunderkind Tate“ – 1991; Das Schweigen der Lämmer – 1991; „Angeklagt“ – 1988; „Das Mädchen am Ende der Straße“ – 1976; „Taxi Driver“ – 1976). Sie wollte wahrscheinlich mal mit Robert Zemeckis (Zurück in die Zukunft - 1985) drehen, über den Michelle Pfeiffer sagt, er drehe Filme nur dann, wenn er Aufnahmen einbauen kann, die physisch eigentlich nicht möglich sind. Er beweist dann das Gegenteil und schafft hochkomplexe Kameraeinstellungen, deren Kaltschnäuzigkeit ich nur bewundern kann.

Kinoplakat (US): ContactEin Regisseur für die unmöglichen Szenen

Dazu erzählt Zemeckis die Filmgeschichten, die anderen entweder nicht einfallen oder die andere sich nicht zutrauen. Zuletzt hatte er in Forrest Gump (1994) längst verstorbene US-Präsidenten Tom Hanks zum Shake Hands und Schulter klopfen empfangen lassen und dem Schauspieler Gary Sinise digital die Beine amputiert; Hanks schickte er 2000 auf eine einsame Insel und ließ ihn in Cast Away – Verschollen quasi vor laufender Kamera 40 Pfund Fett verlieren.

Als der Siegeszug des digitalen Filmtricks optisch jede Lüge erlaubte und alles möglich machte, verließ Zemeckis das Kino, das vor der Kamera echte Schauspieler braucht. Er rollte einer Technologie den roten Teppich aus, wegen der das Feuilleton schnell und atemlos über künftig selenloses Kino ohne Herz ventilierte. Mit „Der Polarexpress“ (2004) und später auch „Die Legende von Beowulf“ (2007) brachte er die Technik des motion capture zur Kinoreife. James Cameron setzte die Weiterentwicklung der Technik später unsichtbar in „Avatar – Aufbruch nach Pandora” (2009) ein.

Jodie Foster und Matthew McConaughey sind die halbe Miete

Schaue ich also den vorliegenden Robert-Zemeckis-Film unter der Prämisse, ziemlich einmalige Bilder zu bekommen, dazu ein intelligentes Drehbuch und Professionalität in allen Gewerken, dann ist die Auflösung der Geschichte immer noch eine esoterische Albernheit, aber bildtechnisch auf einem Niveau, das Respekt verdient. Und das gilt in besonderer Weise eben auch für die übrigen 130 Minuten. Eine wunderbar knochige Jodie Foster („Nell” – 1994; „Sommersby” – 1993; „Schatten und Nebel” – 1991; Das Schweigen der Lämmer – 1991), ein überraschend präsenter Matthew McConaughey („Showdown in Scorpion Spring“ – 1996; „Die dicke Vera“ – 1996; Die Jury – 1996), elegantes Decor, präzise Kameraarbeit (Don Burgess) und ein entspannter Filmschnitt.

Wertung: 10 von 11 D-Mark
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