Kinoplakat: Casino
Ein großer Film mit
holprigem Abgang
Titel Casino
(Casino)
Drehbuch Nicholas Pileggi + Martin Scorsese
nach dem Roman von Nicholas Pileggi
Regie Martin Scorsese, USA, Frankreich 1995
Darsteller Robert de Niro, Sharon Stone, Joe Pesci, James Woods, Frank Vincent, Pasquale Cajano, Kevin Pollak, Don Rickles, Vinny Vella, Alan King, L.Q. Jones, Dick Smothers u.a.
Genre Drama
Filmlänge 178 Minuten
Deutschlandstart
14. März 1996
Inhalt

Las Vegas 1973: eine Stadt des Glitters und der Träume.

Sam „Ace” Rothstein ist ein erfolgreicher Spieler, er ist cool. Solche Qualität mach ihn bald vom Buchmacher in der Provinz zum Boss über vier Casinos in Vegas – mit dem Segen der Mafia. Weit weniger Kontrolle besitzt er über Ginger, die er im Casino kennenlernt und heiratet. Das Paar steigt schnell auf in die höchsten Kreise der Stadt, Ace überhäuft sie mit teuren Geschenken. Aber Ginger merkt, dass sie in einem goldenen Käfig lebt und trinkt mehr, als gut wäre.

Kinoplakat: CasinoDritter im Spiel aus Intrigen und Leidenschaften ist Nicky Santoro, bester Freund aus alten Zeiten: Ace als eleganter Lenker, Nicky als brutaler Macher. Bis Nicky anfängt, eigene Pläne zu entwickeln …

Was zu sagen wäre

Was für eine Film! In der ersten Hälfte, die so lang ist, wie manche Filme komplett, leiten uns Off-Erzähler durch die Geschichte; da geht es eigentlich nur um Rückblicke und Erklärungen, wie die Las-Vegas-Maschine läuft. Diese etwa 90 Minuten entwicklen große Sogwirkung – als Zuschauer klebe ich im Sessel und will mehr sehen. Als die Erzählung dann losgelassen wird – weil, irgendwann muss ja der Film auf ein Ende hin zusteuern – wird es etwas anstrengender. Nicht nur, weil jetzt der Abstieg beginnt, dem zuzuschauen mehr weh tut, als dem Aufstieg. Sondern auch, weil jetzt das „Normale” beginnt, the same old Story von Verlust und Versagen, ausgelöst durch eine Frau. Sharon Stone, die man bis dahin als ewige Basic-Instinct-Blondine zu kennen glaubte, legt eine große Performance als Ginger hin und wurde mit dem Golden Globe ausgezeichnet und für einen Oscar nominiert – der ging in der Oscar-Nacht an Susan Sarandon für Dead Man Walking (1995).

Martin Scorsese („Zeit der Unschuld“ – 1993; Kap der Angst – 1991; GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia – 1990; „Die letzte Versuchung Christi“ – 1988; Die Farbe des Geldes – 1986; „New York, New York“ – 1977; „Taxi Driver“ – 1976) entfernt sich nur vordergründig aus seinem Kiez, dem Little Italy New Yorks, denn die Figuren sind dieselben geblieben – Mafia, Killer, Sadisten und alte Männer. auch auf kleine Explosionen brutaler Gewalt mag Scorsese nicht verzichten; in „Casino” hauen sie einem Falschspieler die Hände mit einem Hammer zu Klump und spannen den Kopf eines zunehmend schriller schreienden Mannes in einen Schraubstock und drehen.

Großes Kino, wunderbare Ausstattung, elegante Kamera und Schauspieler, die in ihren Rollen versinken.

Wertung: 11 von 11 D-Mark