Kinoplakat: Cap und Capper
Disney weiß nicht, was es will
und mixt ziellos die Genres
Titel Cap und Capper
(The Fox and the Hound)
Drehbuch Larry Clemmons + Ted Berman + David Michener + Peter Young + Burny Mattinson + Steve Hulett + Earl Kress + Vance Gerry
nach einem Roman von Daniel P. Mannix
Regie Ted Berman & Richard Rich & Art Stevens, USA 1981
Stimmen

Mickey Rooney, Thomas Danneberg, Keith Coogan, Markus Johannsen, Kurt Russell, Randolf Kronberg, Corey Feldman, Oliver Redsch, Pearl Bailey, Beate Hasenau, Pat Buttram, Wolfgang Völz, Sandy Duncan, Susanne Tremper, Richard Bakalyan, Frank Glaubrecht, Paul Winchell, Joachim Kemmer, Jack Albertson, Benno Hoffmann, Jeanette Nolan, Brigitte Mira, John McIntire, Harry Wüstenhagen u.a.

(aufgeführt sind die Original- und die deutschen Synchronstimmen)

Genre Zeichentrick
Filmlänge 83 Minuten
Deutschlandstart
13. November 1981
Website WaltDisney.org
Inhalt

Cap, ein verwaistes Fuchsjunges, wird von der Witwe Tweed aufgezogen und schließt Freundschaft mit Capper, einem jungen Jagdhund. Als er größer wird, erlernt Capper das Jagen und begreift, dass auch sein Freund Cap zu den Beutetieren gehört. Außerdem vertragen sich der Jäger und die Witwe Tweed nicht gut miteinander.

Noch sind Cap und Capper die allerbesten Freunde – und ahnen nicht, dass sie sich eines Tages als Feinde gegenüberstehen werden.vCapper wird als Jagdhund ausgebildet, und der übellaunige Jäger hat es ausgerechnet auf Cap abgesehen.

Kinoplakat: Cap und Capper

Die alte Freundschaft der beiden wird auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, die die zwei in höchste Gefahr bringt. Eine atemberaubende Verfolgungsjagd nimmt ihren Lauf …

Was zu sagen wäre

Vier Jahre hat es gedauert, seit Bernard und Bianca, dass die Walt Disney Studios einen neuen Zeichentrickfilm ins Kino bringen. Es ist bitter zu erkennen, warum das vier jahre gedauert hat. „Cap und Capper“ ist ein Allerlei ohne besondere Note.

Sehr lange bauen die Kreativen an ihrer Exposition, der aufkeimenden Freundschaft zwischen Fuchs und Hund, die in ihren verspielten Momenten homosexuelle Züge bekommt – das ist jetzt en vogue, das gehört dazu – um dann eine Romeo-und-Julia-Dramaturgie aufzubauen die ins Nichts läuft. Wir leben in friedensbewegten Zeiten und da will offenbar auch Disney seinen Beitrag leisten; Fuchs und Hund, zwei Erzfeinde, werden Freunde – es lebe die Völkerverständigung. Nur hat das mit der Natur, der realen Natur, die in den Disneyfilmen durchaus ihren Platz hatte, gar nichts zu tun.

Der Film beginnt im Wald, ohne Musik, nur Atmo; das ist schön, das erzeugt Aufmerksamkeit. Als die Musik schließlich einsetzt, erleben wir nur eine Variation der Bambi-verliert-seine-Mutter-Szene, die nur hier aus nichts kommt und zu nichts führt – Füchse werden gejagt, such is life, hier haben sie einen erwischt, ein kleines Füchslein bleibt zurück. Das ist ergreifend, das ist hübsch und für Kinder sicher toll, aber dem Aufbau der ganzen Exposition fehlt die Klasse des ausführlich zitierten Bambi.

Der Film hat schöne Nebenfiguren – zwei Vögel, die vergeblich versuchen, einen Raupe zu schnappen die sich schließlich in einen strahlenden Schmetterling verwandelt, ein schlecht gelaunter Dachs, ein freundlicher Igel. Am Ende taucht, wie Kai aus der Kiste, ein Grizzly auf, der für Action sorgt, aber nicht für Spannung. Erst, wenn Vixie, die schöne Füchsin, die in späteren Versionen Trixie heißt, weil der Name doch ein wenig schlüpfrig assoziert wurde, die Geschichte betritt, gibt‘s auch noch ein wenig altes Disney-Feeling. Aber … offen gesagt: Es ist altes Feeling aus den 1950er/60er Jahren.

„The Fox and the Hound“ ist eine Enttäuschung, ein Reinfall auf zeichnerisch hohem Niveau.

Wertung: 3 von 9 D-Mark