Kinoplakat: Battleship
Ein Transformers
ohne deren Klasse
Titel Battleship
(Battleship)
Drehbuch Jon Hoeber + Erich Hoeber
Regie Peter Berg, USA 2012
Darsteller Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna, Brooklyn Decker, Tadanobu Asano, Hamish Linklate, Liam Neeso, Peter MacNiclo, John Tu, Jesse Plemons, Gregory D. Gadson, Jerry Ferrara, Adam Godley, Rico McClinton, Joji Yoshida u.a.
Genre Fantasy
Filmlänge 131 Minuten
Deutschlandstart
12. April 2012
Inhalt
Kinoplakat: BattleshipDie NASA sucht erdähnliche Planeten, um dereinst die Erde, wenn die aus allen Nähten platzt, zu evakuieren. Zu diesem Zwecke wurde ein neuer Kommunikationssatellit ins All geschossen und eine erste Botschaft gesendet. Die Antwort lässt sechs Jahre auf sich warten.

Zu diesem Zeitpunkt beginnt vor der Küste Hawaiis ein großes internationales Flottenmanöver. Als die Flotte ausläuft, werden fünf sich der Erde im Formationsflug nähernde Objekte entdeckt, von denen eines mit einem Satelliten im Orbit kollidiert und in Hongkong abstürzt. Die restlichen Raumschiffe landen im Ozean um Hawaii. Daher werden drei Zerstörer aus dem Manöververband ausgesandt, um die empfangenen Signale zu untersuchen. An Bord unter anderem Alex Hopper, Draufgänger, Querschläger, Glücksritter, den der Admiral persönlich aus der Truppe schmeißen will – „sobald das Manöver abgeschlossen ist”. Nun ist Hopper heimlich mit des Admirals Tochter verlobt. Und er mag auch nicht von diesem Alienbaukasten beschossen werden.

Zum Glück ist Hopper ein unkonventionell denkender Mensch unter all den gradlinigen Soldaten. Also greift er die Aliens frontal an …

Was zu sagen wäre

Das ist ja putzig. Da bewirbt der Trailer eine Testosteron strotzende Materialschlacht, dass sich jeder fragt, was das mit „Battleship“ (Englisch für das hiesige Kästchenspiel „Schiffe versenken“) zu tun hat. Und dann fangen die im Film tatsächlich an, per Kästchen-Display vermutete Schiffspositionen des Gegners zu zerstören.

Regisseur Peter Berg ist ein Wanderer zwischen den Jobs. Hauptsächlich verdient er seine Brötchen als Schauspieler in kleinen Rollen (Hancock – 2008; Operation: Kingdom – 2997; Collateral – 2004). Er schreibt aber auch gerne (Very bad things – 1998); und er tritt auch regelmäßig als Regisseur auf und ist hier durchaus nicht auf das krachlederne Spielzeugkino à la „Battleship“ festgelegt. Unter Peter Bergs Regie entstand auch der durchschnittliche Hancock (2008) und der bemerkenswerte Operation: Kingdom (2007) und die Actionfarce Welcome to the Jungle (2003).

Kinoplakat: BattleshipWas soll man sonst zu dem Film sagen? Dass Popsternchen Rihanna ihrer Rolle als Bordkanonier überraschend augenfunkelnde Ausstrahlung verleiht und zwei, drei will-ich-nochmal-sehen-Momente bekommt? Dass Gregory D. Gadson, hochdekorierter US-Soldat, der seine Beine im Krieg verloren hat, hier so was wie ein Erkenne-Deine-Möglichkeiten-Rollenmodell gibt und einen in seiner tapsigen Heldenhaftigkeit tatsächlich zu Tränen rührt? Dass es erstaunlich ist, wie wenig Inhalt in einen über zweistündigen Film passt? Warum dauern solche Filme eigentlich jetzt immer so lang … 131 Minuten?? Das scheint der Trend der frühen Zwanzigzehner-Jahre zu sein: Kein Bombastfilm mehr, der nicht mindestens 130 Minuten dauert – schon, weil der durchschnittliche Abspann allein bis zu zwölf Minuten verschlingt. Und da gilt dann offenbar bei einem Film wie diesem, den entscheidend die Spielwarenindustrie gesponsert und vorangetrieben hat, dass, wenn schon kein Inhalt, es dann aber eine ellenlange Einleitung gibt, in der Sachen erzählt werden, die zwar keine Rolle spielen, aber auch mal ganz nett sind.

Der arme Taylor Kitsch, der hier den charmanten Raufbold gibt, geht als Pechvogel 2012 ins Rennen. Da spielt er in zwei Giga-Spektakeln hintereinander die Hauptrolle und beide Filme gehen komplett baden. Das liegt nicht unbedingt an ihm – auch wenn Kitsch die Ausstrahlung seines Namens verkörpert. Die Fantasy-Posse John Carter haben alle gemeinsam versemmelt. Und der vorliegende Fall … naja, wie gesagt. Solche Filme muss man nicht gucken.

Andererseits: Wenn man nachts beim Zappen bei RTL II da rein gerät, ist es auch nicht verkehrt. „Battleship“ ist ein Steven-Seagal-Film ohne Steven Seagal … mit mehr Mimik.

Wertung: 2 von 7 €uro