Kinoplakat: Bambi
Das große Drama
in Disneys Wald
Titel Bambi
(Bambi)
Drehbuch Perce Pearce + Larry Morey + Vernon Stallings + Mel Shaw + Carl Fallberg + Chuck Couch + Ralph Wright
nach einer Geschichte von Felix Salten
Regie James Algar & Samuel Armstrong & David Hand & Graham Heid & Bill Roberts & Paul Satterfield & Norman Wright, USA 1942
Stimmen

Bobby Steward, Donnie Dunagan, Frank Elstner, Hardie Albright, Michael Günther, Sven Plate, John Sutherland, Peter Behn, Ludwig Rausendorff, Tim Davis, Karl Heinz Schenk, Oliver Rohrbeck, Sam Edwards, Stan Alexander, Corinna Fehrs, Tim Davis, Corinna Fehrs, Sterling Holloway, Horst Buchholz, Cammie King, Madeleine Stolze, Ann Gillis, Susanne Tremper, Paula Winslove, Friedel Schuster, Almut Eggert, Fred Shields, Konrad Wagner, Arnold Marquis, Will Wright, Georg Thomalla, Hans Hessling, Clarence Nash, Otis Harlan u.a.

Genre Zeichentrick
Filmlänge 65 Minuten
Deutschlandstart
19. Dezember 1950
Website WaltDisney.org
Inhalt

Rehkitz Bambi stakst anfangs noch recht unbeholfen an der Seite seiner Mutter durch den Wald. Doch schon bald erforscht es mit seinen beiden Freunden, dem Hasen Klopfer und dem Stinktier Blume, die Umgebung.

Auf einen fröhlichen Sommer folgt ein harter Winter, an dessen Ende Bambi seine Mutter verliert. Nun muss das Kitz auf eigenen Beinen stehen. Zum Glück stehen ihm seine Freunde, sein Vater, der mächtige Leithirsch, und die bezaubernde Rehdame Feline zur Seite …

Was zu sagen wäre

Wenn die Disney-Zeichner von der Leine gelassen werden und Gefühl zeigen dürfen, sind sie nicht zu übertreffen. Hier sind bildende Künstler am Werk. „Bambi ist ein sehr ernster Film. Ich weiß nicht, ob einige kleine Kinder dafür schon bereit sind“, schrieb Kritikerlegende Roger Ebert zur Wiederaufführung dieses melodramatischen Muntermachers. „In den Annalen der größten und traurigsten Momente der Kinogeschichte“, schrieb er weiter, „rangiert der Tod von Bambis Mutter ganz oben.“

Wenn im Herbst die Blätter in Bambis Wald fallen, schaffen die Macher daraus ein nahezu dreidimensionales Ballett – und die letzten beiden Blätter, die am Baum nebeneinander hingen, segeln getrennt zu Boden, um sich dort wieder zu vereinen. Alles in diesem Film kommt als Paar; mit Ausnahme des alten Uhus, der die Rolle des kauzigen aber liebenswerten Alten übernimmt. Yin und Yang liegen hier dicht beieinander.

„Bambi“ ist ein Disney-Film, ohne ein Disney-Film zu sein. Die Künstler bringen es fertig, statt einer rührseligen Handlung das Rehkitz in die Welt wachsen zu lassen, zu erkunden, was es mit einem gefrorenen Teich auf sich hat, woraus sich ein schöner Tanz entwickelt, dass Mädchen einerseits komisch und lästig, andererseits aber irgendwie auch unerlässlich sind; und den Tod im Kreislauf des Lebens zu lernen. In der szene, in der die Mutter stirbt, erheben die Filmemacher das Weglassen zur Kunst.

An einer anderen Stelle fällt ein Satz, der einem Gänsehaut auf den Rücken treibt: „Der Mensch hat den Wald betreten!“ Aus dem Mund eines Hirschen klingt das schon ungemütlich; angesichts der Folgen, die dieses Betreten dann mitbringen – neben schon wieder albtraumhaft schönen Bildern – ist das der blanke Horror.

Mit Klopfer, dem Hasen, ist die komische Note im Spiel und das sehr goldig – auch hier: Mit dem kleinen Hasen haben sich die Künstler ein Denkmal gesetzt.

Wertung: 6 von 6 D-Mark