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Kinoplakat: Aus nächster Nähe
Dick aufgetragenes Melo
aus der heißen TV-Welt
Titel Aus nächster Nähe
(Up Close & Personal)
Drehbuch Joan Didion + John Gregory Dunne
nach Motiven aus dem Leben der US-amerikanischen Journalistin Jessica Savitch (1947–1983)
Regie Jon Avnet, USA 1996
Darsteller Michelle Pfeiffer, Robert Redford, Stockard Channing, Joe Mantegna, Kate Nelligan, Glenn Plummer, James Rebhorn, Scott Bryce, Raymond Cruz, Dedee Pfeiffer, Miguel Sandoval u.a.
Genre Romanze, Drama
Filmlänge 124 Minuten
Deutschlandstart
12. September 1996
Inhalt

Die Casino-Angestellte Tally will Karriere als Nachrichtensprecherin machen. Sie findet einen Job bei Warren Justice, dem Nachrichtenleiter einer lokalen Fernsehstation. Sie verliebt sich nicht nur in ihn, sondern wird unter seiner Anleitung bei einem großen Sender engagiert. Zur selben Zeit verliert Warren seinen Job. Es ist an Tally, etwas für ihn zu tun.

Aber da kommt ihr die Live-Reportage eines Gefängnisaufstands dazwischen …

Was zu sagen wäre

Eines dieser Kinomärchen, die suggerieren, beim Fernsehen arbeiteten nur schöne Frauen, die manchmal was drauf haben, das aber auf jeden Fall erst zeigen können, nachdem sie mit dem Chef geschlafen haben – oder sich in ihn verliebt haben und er sich gleichzeitig natürlich in sie. Okay, wenn ich so einen Anfall habe, gehe ich kurz vor die Tür, atme tief durch und gehe dann wieder rein, Romanze gucken. Und dann geht's.

Es ist alles gefährlich nah am Kitsch gedreht, manchmal aber mit überraschenden Einlagen. Und außerdem hat man Michelle Pfeiffer und Robert Redford (s.u.), die sich offenbar gefallen haben und dadurch jede Menge Unstimmigkeiten am Set durch glaubhaftes Spiel übertünchen. Der Leinwandpremiere am 1. März 1996 in den USA waren jahrelange Findungsphasen vorausgegangen.

Ursprünglich war geplant, die Lebensgeschichte der US-amerikanischen Nachrichtensprecherin Jessica Savitch zu erzählen. Savitch war Ende der 1970er Jahre Anchorwoman bei den Nachrichten der NBC. Nach persönlichen Schicksalsschlägen und einer angeblichen Drogensucht kam sie im Alter von 36 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die Umsetzung des Films zog sich sechs Jahre hin.

Zahlreiche Regisseure und Schauspielerinnen wurden in dieser Zeit mit dem Stoff in Verbindung gebracht, darunter John Frankenheimer, Penny Marshall und Tony Richardson sowie Meg Ryan, Kathleen Turner und Robin Wright. „Wir hörten nicht auf, unsere Meinung zu ändern. Zuerst wollten wir in die eine Richtung gehen, dann in eine andere“, sagt Executive-Producer Ed Hookstratten, auch Agent von Tom Brokaw und Jessica Savitch. Die Unstimmigkeiten setzten sich beim Dreh fort. Jon Avnet wollte es mehr komisch, Robert Redford und Michelle Pfeiffer (Tage wie dieser … – 1996; Dangerous Minds – 1995; Batmans Rückkehr – 1992; Frankie und Johnny – 1991; Das Russland-Haus – 1990; „Die fabelhaften Baker Boys“ – 1989; Tequila Sunrise – 1988; Die Mafiosi-Braut – 1988; Die Hexen von Eastwick – 1987; – 1987; Kopfüber in die Nacht – 1985; Scarface – 1983) waren dagegen für eine ernsthaftere und härtere Story.

Am Ende blieb Herzschmerz im TV-Business.

Wertung: 6 von 11 D-Mark
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