Kinoplakat: Auf immer und ewig
Eine emanzipierte Prinzessin
in einer Art Märchenfilm
Titel Auf immer und ewig
(EverAfter)
Drehbuch Susannah Grant + Andy Tennant + Rick Parks
nach der 1729 aufgeschriebenen Geschichte von Charles Perrault
Regie Andy Tennant, USA 1998
Darsteller Drew Barrymore, Anjelica Huston, Dougray Scott, Patrick Godfrey, Megan Dodds, Melanie Lynskey, Timothy West, Judy Parfitt, Jeroen Krabbé, Lee Ingleby, Kate Lansbury, Matyelok Gibbs u.a.
Genre Märchen
Filmlänge 121 Minuten
Deutschlandstart
24. Dezember 1998
Inhalt

„Waren die berühmten Schuhe nun gläsern oder aus Fell?“ Fragen über Fragen, die die Gebrüder Grimm bei einer Audienz am französischen Hof beschäftigen. Ihre betagte Gastgeberin verkündet den erstaunten Märchenschreibern, daß die Schuhe sehr wohl aus Glas waren und sich hinter dem angeblichen Märchen eine wahre Geschichte verbirgt …

Frankreich im 16. Jahrhundert: Die kleine Danielle ist der Sonnenschein ihres verwitweten Vaters Auguste. Doch kurz nach seiner Hochzeit mit der eleganten Baronesse Rodmilla stirbt der weltoffene Gutsherr, und prompt lässt Rodmilla ihre freundliche Maske fallen. Sie degradiert die Stieftochter zur Dienstmagd, um das Vermögen von Auguste in die gesellschaftliche Karriere ihrer eigenen Töchter Marguerite und Jacqueline zu investieren.

Zehn Jahre später ist Danielle zu einer hübschen jungen Frau herangewachsen und macht die Bekanntschaft von Kronprinz Henry. Aus Scham gibt sie vor, eine unbekannte Adlige zu sein. Doch Henry hat sich auf der Stelle in das selbstbewusste Mädchen verliebt, das so offen seine aufklärerische Weltanschauung verkündet.

Rodmilla schäumt vor Wut über die königliche Affaire, hatte sie doch Marguerite bei Hofe gerade als potentielle Braut eingeführt, deren Wahl Prinz Henry auf dem bevorstehenden Maskenball verkünden sollte.

Um ihren Plan nicht zu gefährden, muss sie mit allen Mitteln verhindern, dass Danielle auf diesem Fest erscheint …

Was zu sagen wäre

Das hier ist nicht das „Aschenputtel“, das wir alle von unserer Großmutter erzählt bekommen haben. Es gibt ungefähr 500 verschiedene Versionen der Cinderella Story. Die früheste Version datiert aus dem alten China, wo die Beschäftigung mit kleinen Füßen (bei Frauen) die gläsernen Schuhe erstmals in den Mittelpunkt der Geschichte stellten.

Über hunderte Jahre hinweg wurde die Geschichte dann immer wieder neu erzählt – im französischen als „Cendrillon“, bei den Gebrüdern Grimm als „Aschenputtel“ oder „Aschenbrödel“. Immer aber war es die Geschichte einer passiven Frau, die auf die Hilfe eines starken, ehrenhaften Prinzen angewiesen ist. Bis jetzt jedenfalls. In den versierten Händen des Regisseurs Andy Tennant („Fools rush in – Herz über Kopf“ – 1997; „Eins und eins macht vier“ – 1995) wird aus der Cinderella-Geschichte eine schöne, gefühlige, sanft-freche romantische Komödie mit einer bezaubernden Drew Barrymore („Eine Hochzeit zum Verlieben“ – 1998; Scream – Schrei! – 1996; Alle sagen: I love You – 1996; Batman Forever – 1995; E.T. – Der Außerirdische – 1982) und einer bösen Stiefmama, der Anjelica Huston geübt kalt Kontur gibt (Crossing Guard – 1995; „Die Addams Family“ – 1991; Verbrechen und andere Kleinigkeiten – 1989). Den Prinz gibt Dougray Scott (Deep Impact – 1998) , aber der ist in diesem rosigen Mädchentraum etwas blass und schnell vergessen.

Die Filmzeitschrift CINEMA freute sich: "Drew Barrymore reißt als Tennants modernes Aschenputtel Danielle reihenweise die Herzen an sich, indem sie mit viel Charme und wohldosierter Unschuld eine Cinderella voller Trotz kreiert. Und Verstand: Auf immer und ewig ist vermutlich das erste Zelluloid-Märchen, in dem die Heldin präsozialistische Passagen aus Thomas Mores Utopia zitiert, ihren Prinzen mit Äpfeln beschmeißt oder ihn auf dem Rücken durch die Gegend trägt."

Wertung: 9 von 11 D-Mark