Kinoplakat: Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt
Disney verliert sich in der
Kulisse seiner Abenteuer
Titel Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt
(Atlantis: The Lost Empire)
Drehbuch Tab Murphy + Kirk Wise + Gary Trousdale + Joss Whedon + Bryce Zabe + Jackie Zabe + David Reynolds
nach „Atlantis Story“ von Plato
Regie Gary Trousdale + Kirk Wise, USA 2001
Stimmen

Michael J. Fox, Stefan Kampwirth, Cree Summer, Maria Schrader, Leonard Nimoy, Hans Teuscher, Jacqueline Obradors, Alisa Palmer, James Garner, Reiner Schöne, Jim Varney, Erik Schumann, Phil Morris, Tilo Schmitz, David Ogden Stiers, Hans Korte, Claudia Christian, Franziska Pigulla, John Mahoney, Berno von Cramm, Don Novello, Udo Wachtveitl, Corey Burton, Thomas Albus, Florence Stanley, Monika John u.a.
(aufgeführt sind die Original US-Stimmen und ihre deutschen Synchronstimmen) 

Genre Zeichentrick, Abenteuer
Filmlänge 95 Minuten
Deutschlandstart
6. Dezember 2001
Website WaltDisney.org
Inhalt

Vor tausenden von Jahren war Atlantis eine blühende Zivilisation auf dem Zenit ihres Ruhmes. Doch dann beschlossen der König und seine Untertanen, ihre Macht zu nutzen, um die Erde zu beherrschen. Es entbrannte eine gnadenlose Schlacht, die mit der Zerstörung der prächtigen Stadt endete. Die eingeschlossene Stadt wurde von einer riesigen Flutwelle mitgerissen und verschwand für immer. Bis jetzt!

Im Jahr 1914 versucht der Kartograph und Linguist Milo James Thatch seine Kollegen am Smithsonian Institute davon zu überzeugen, dass er weiß, wo Atlantis liegt. Sein verstorbener Großvater Thaddeus Thatch hatte ihm von dem mysteriösen Tagebuch eines Schafhirten erzählt – ein antikes Buch, das der Schlüssel zur Lage des verlorenen Königreichs sein soll. Wie sein Großvater vor ihm wird auch Milo Thatch als Verrückter verlacht.

Gerade, als Thatch seine Bemühungen aufgeben will, bietet sich ihm die Gelegenheit, seine Theorie unter Beweis zu stellen. Er wird in das Haus des exzentrischen Milliardärs Preston B. Whitmore gerufen und dort zum ersten Mal mit dem Tagebuch des Schafhirten konfrontiert. Sein Großvater ist nicht in der Lage gewesen, es aufzuspüren. Whitmore will eine Expedition finanzieren, die sich auf die Suche nach Atlantis machen soll, und Thatch soll wegen seiner sprachwissenschaftlichen Fähigkeiten zu dem Team stoßen, das von Commander Rourke angeführt wird und aus Geologen, Sprengstoffexperten, Mechanikern und Medizinern besteht.

An Bord des Unterseebootes Ulysses macht sich die Gruppe auf den Weg und gerät schon bald in raue See: Eine gewaltige Kreatur, ein Monster namens Leviathan, bewacht den Eingang zu Atlantis und greift das U-Boot an. Kurz bevor ihr Schiff auseinander gerissen wird, kann die Crew in Rettungsbooten flüchten. Dem Tagebuch folgend suchen die Abenteurer nun nach dem unterirdischen Zugang zur verlorenen Stadt – und sie müssen auf diesem beschwerlichen Weg zahlreichen Gefahren und Schwierigkeiten ins Auge sehen, bis sie endlich vor den Toren von Atlantis stehen.

Kinoplakat: Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen StadtIn Atlantis treffen die Entdecker auf die Prinzessin Kida und bemerken, dass die Stadt bewohnt ist. Über Jahrhunderte hinweg hat die Energie von Kristallen die Menschen im Mittelpunkt der Erde am Leben erhalten und sie mit Licht, Strom und Heilkräften versorgt. Die neugierige Prinzessin führt die Abenteurer zu ihrem Vater, dem König, der ihnen befiehlt, die Stadt sofort sofort wieder zu verlassen. Doch Rourke bittet um etwas Zeit, um neue Kräfte zu sammeln.

Kida führt Milo durch die Stadt, und die beiden entdecken, dass die Kristalle lebende Wesen sind, die sich tief im Innern der Stadt verbergen. Als er diese Entdeckung Rourke mitteilt, stellt er fest, dass der bereits alles über die mächtigen Kristalle weiß. Mehr noch: Der gerissene Commander will die Stadt plündern und die Kristalle an der Oberfläche an den Meistbietenden verkaufen …

Was zu sagen wäre

Familienschmiede sucht das Abenteuer: Sowas geht gut im Kino. Das Geheimnis um Atlantis ist eines der Welt-Rätsel – wie die Steinköpfe auf den Osterinseln – und erklärt sich ohne viele Worte. Und die Walt Disney Studios sind bekannt, große Leinwandkunst zu bieten. Aber bei Licht betrachtet waren sie es einmal, sind es nicht mehr.

Bei seinen erfolgreichen Filmen – Der König der Löwen (1994) etwa, Die Schöne und das Biest (1991) oder Arielle, die Meerjungfrau (1989) – zog es die Figuren nie in die Ferne, Freunde und Familie waren das Abenteuer, die Region, in der das spielte (Dschungel, Wald, Ozean, Savanne), war schöne Kulisse. Bei „Atlantis“, aber auch dessen Nachfolger Der Schatzplanet (2002) ist diese Kulisse das Abenteuer und die Figuren auf dem Spielfeld unterscheiden sich hauptsächlich noch durch Gut oder Böse.

Die 120-Millionen-US-Dollar-Produktion ist ein seelenloses Kommerzprodukt, das den Meisterwerken des Disney-Imperiums nichts hinzufügt, lediglich wimmert „Ich habe keine neue Idee, bin aber doch Euer Mickey-Mouse-Konzern gebt mir Geld“. Bestenfalls kann ich „Atlantis“ als Mash-Up der Disney-Historie bezeichnen. Das Pech für diesen Film kommt dann von allein. Im Box Office kamen 186 Millionen US-Dollar zusammen (das ist für Disney unterm Strich eine Art rote Null). Das liegt aber nur halb an der inhaltlichen Qualität des Films. Vielmehr ist es Ausdruck der Ratlosigkeit der Disney-Oberen angesichts der erdrückenden Konkurrenz, die parallel in die Kinos kam – sowohl Harry Potter als auch der Herr der Ringe gehen im Dezember 2001 an den Start, genug Fantasy-Spektakel für ein ganzes Jahr.

2002 erschien noch eine Fortsetzung, aber „Atlantis – Die Rückkehr“, lieblos gezeichnet, ohne Charme, war nicht mehr fürs Kino produziert, sondern als DVD-Release.

Wertung: 4 von 6 €uro