Kinoplakat: Apocalypse Now
Coppola zeigt den endgültigen Kriegsfilm
Alles danach ist „nach Apocalypse”
Titel Apocalypse Now
(Apocalypse Now)
Drehbuch John Milius + Francis Ford Coppola + Michael Herr
nach Motiven des Romans Im Herz der Finsternis von Josph Conrad
Regie Francis Ford Coppola, USA 1979
Darsteller Martin Sheen, Marlon Brando, Robert Duvall, Frederic Forrest, Albert Hall, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Christian Marquand, Aurore Clément, Dennis Hopper, Harrison Ford u.a.
Genre Drama, Krieg
Filmlänge 153/203 Minuten
Deutschlandstart
4. Oktober 1979
Website Apocalypse Now bei Zoetrope.com
Inhalt

Kinoplakat: Apocalypse NowVietnam 1969: Captain B.L. Willard soll im Auftrag der CIA Colonel Kurtz ausfindig machen – und töten. Der hochdekorierte Kurztz hat sich mit den getreuesten seiner Soldaten in den Tiefen des Dschungels versteckt und dort ein Terrorregime errichtet. Ist Kurtz einfach nur durchgedreht, oder ist das seine Methode, sich dem Irrsinn des Krieges zu verweigern?

Der glasklare Auftrag verliert, je länger Willard im Kriegsgebiet unterwegs ist, immer mehr die Kontur, weil Krieg, wie ihn Willard gelernt hat, gar nicht stattfindet: Die Soldaten, auf die er trifft, führen Krieg nur um das eigene Überleben gegen einen übermächtigen Feind, oder sie führen ihm zu Wagners „Walkürenritt” die „Schönheit einer Napalmexplosion” im südostasiatischen Dschungel vor …

Was zu sagen wäre

„Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen!” Dieser Ausruf von Lieutenant Colonel Bill Kilgore (Robert Duvall) sicherte Coppolas Film den Einzug in die Zitatenkiste der Menschheit. Der Satz wird gerne zitiert, wenn es um Krieg, Anti-Krieg oder um Wahnsinn im Kino geht. Der Filmtitel wurde zur gängigen Metapher, wann immer jemand ausdrücken will, dass etwas engültig gescheitert ist – von der Ehe bis zur Terrorbekämpfung, „Apocalypse Now” beschreibt den Zustand.

Francis Ford Coppola war auf der Höhe seines Ruhms, als er Joseph Conrads „Das Herz der Finsternis” verfilmen will, dessen Schauplatz er von Südamerika nach Vietnam verlegte. Nach dem zweifachen Erfolg mit Der Pate und Der Pate II denkt er an einen Film, der in weniger als hundert Drehtagen zu erzählen sei. „Apocalypse now” gilt von seiner Premiere 1979 in Cannes (als unfertige Schnittfassung) an als der ultimative, endgültige Film über den Krieg im allgemeinen und den Vietnamkrieg im besonderen. Francis Ford Coppola durchleidet während der Produktion seine persönliche Vorhölle.

Artwork: Apocalypse NowDer Regisseur bringt mehr als vier Jahre mit der Konzeption und Fertigstellung des Films zu. Allein die sehr aufwändigen und äußerst kräftezehrenden Dreharbeiten auf den Philippinen dauern ein ganzes Jahr. Finanzierungsprobleme, Alkoholexzesse, ein Herzinfarkt des Hauptdarstellers und katastrophale Produktionsbedingungen treiben viele Beteiligten an den Rand des Wahnsinns. „Ich wollte einen Film machen, der ein Gefühl dafür vermittelt, wie es in Amerikas schmutzigstem Krieg wirklich zuging: roh, unmenschlich, grausam, moralisch verkommen und gleichzeitig unfassbar grotesk”, sagt Coppola.

Im Mai 2001 kehrte „Apocalypse now” wieder im Rahmen der Festspiele von Cannes auf die Leinwand zurück. „Apocalypse now Rudux” – „redux” meint „Zurück zu den Anfängen” – heißt die überarbeitete und stark erweiterte Fassung. Sie zeigt zwei komplett neue Sequenzen, vor allem aber viele kleinere Einstellungen, die in der eher fragmentarischen ersten Kinoversion aus wirtschaftlichen Gründen fehlten.

Das ursprünglich 147 Minuten lange Werk bringt es in der erweiterten Fassung auf 203 Minuten. Neben den Auftritten der schauspielerischen Schwergewichte Marlon Brando (Superman – 1978; „Duell am Missouri” – 1976; „Der letzte Tango in Paris“ – 1972; Der Pate – 1972), Robert Duval („Der Clan“ – 1978; Network – 1976; Der Adler ist gelandet – 1976; Der Pate II – 1974; Der Pate – 1972; THX 1138 – 1971) und dem aufgehenden Stern Martin Sheens ist hier Harrison Ford („Der wilde Haufen von Navarone” – 1978; „Helden von Heute” – 1977; Krieg der Sterne – 1977) in einer kleinen Sprechrolle im CIA-Büro zu sehen.

 
Wertung: 10 von 10 D-Mark