Plakatmotiv: Meuterei am Schlangenfluss (1952)
Farbenprächtiger Lobgesang auf die
Heldentaten der Siedler gen Westen
Titel Meuterei am Schlangenfluss
(Bend of the River)
Drehbuch Borden Chase
nach einem Roman von William Gulick
Regie Anthony Mann, USA 1952
Darsteller James Stewart, Arthur Kennedy, Rock Hudson, Jay C. Flippen, Julie Adams, Lori Nelson, Chubby Johnson, Stepin Fetchit, Harry Morgan, Howard Petrie, Frances Bavier.Jack Lambert, Royal Dano, Frank Chase, Cliff Lyons u.a.
Genre Western
Filmlänge 91 Minuten
Deutschlandstart
25. Dezember 1952
Inhalt

Die Vereinigten Staaten in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der großen Trecks nach Oregon. Der ehemalige Bandit Glyn McLyntock aus Missouri wird von einem religiösen Siedlertreck als Führer angeheuert. Auf dem Weg nach Westen trifft McLyntock auf den Banditen Emerson Cole und rettet ihm das Leben vor anderen Leuten, die ihn wegen eines Pferdediebstahles lynchen wollen.

Plakatmotiv: Meuterei am Schlangenfluss (1952)Cole erkennt McLyntock schnell und ist der einzige im Treck, der das Geheimnis McLyntocks kennt. Cole schließt sich dem Treck an und zeigt sich als große Hilfe für McLyntock und seine Leute, als der Treck von Indianern angegriffen wird. Laura Baile, die Tochter des Treckchefs Jeremy Baile, wird bei dem Angriff der Indianer von einem Pfeil verletzt. Als der Treck das beschauliche Städtchen Portland erreicht, bleiben sie, damit die junge Frau sich erholen kann.

Cole verlässt in Portland den Treck. Von der aufblühenden Stadt verspricht er sich Reichtum und Nähe zur schönen Laura. Während der Genesung Lauras bemüht sich der Treck um Verpflegung und sucht nach geeignetem Siedlerland in Oregon. Sie bestellen und bezahlen die lebensnotwendigen Essenslieferungen für den Winter bei Tom Hendricks, der auch zunächst vertrauenswürdig erscheint.

Auf einer großen Feier lernen McLyntock und die anderen auch den professionellen Glücksspieler Trey Wilson kennen, in den sich die zweite Baile-Tochter Marjie verliebt. Auf der Feier erschießt Cole einen Mann namens Tom Grundy, der betrügerisch spielt, aber gleichzeitig auch etwas über Coles Vergangenheit wusste.

Die Siedler kommen endlich an ihrem gewünschten Platz an und beginnen, das Dorf zu errichten. Doch gleichzeitig naht der Winter, und die bestellte Verpflegung wird lebensnotwendig. Die Lieferungen bleiben aus, da ein Goldrausch in Oregon die Preise für Lebensmittel drastisch erhöht hat und der geldgierige Hendricks sie nun nicht mehr für den alten Preis ausliefern will …

Was zu sagen wäre

Plakatmotiv: Meuterei am Schlangenfluss (1952)Siedlertreks in grandiosen Farben, die weder Stock noch Stein noch wild schießende Goldgräber aufhalten. Anthony Mann liefert ein prächtiges Heldenepos für die amerikanische Nation. Mittendrin James Stewart als Held mit dunkler Vergangenheit; Stewart korrigiert sein Image des us-amerikanischen Normalbürgers (s.u.) hin zu einem Mann mit Facetten. Schon in Anthony Manns Western Winchester '73 (1950) war Stewart nicht mehr der liebevoll Naive; schon da neigte seine Figur zu plötzlichen Gewaltausbrüchen.

In „Meuterei am Schlangenfluss“ spielt er glaubwürdig den ehemaligen Schurken, der die Schlinge schon um den Hals hatte, der sich wandelt angesichts der tapferen Pioniere, die nach Westen ziehen, um das Land urbar zu machen, allerdings Hilfe bei der Überquerung unzugänglicher Bergketten sowie Schützenhilfe gegen marodierende Goldgräber brauchen.

Mit Schießereien, der obligatorischen Saloonschlägerei und Messerwerfen ein wahres Wildwestst-Prachtstück. Merke: Auch im Wilden Westen war der ärgste Feind nicht der Indianer, sondern der um Rohstoffe und Landbesitz konkurrierende Nachbar.

Ein spannender, aufwändig inszenierter Cinemascope-Film, der Manns Autorität auf dem Regiestuhl erahnen lässt: Die Strapazen der Dreharbeiten über Stock und Stein übertragen sich positiv auf das Gesamtergebnis. Gefilmt wurde an Originalschauplätzen in Oregon. Nur die Stadtaufnahmen von Portland entstanden im Studio.

Wertung: 6 von 6 D-Mark