Kinoplakat: Amistad – Das Sklavenschiff
Geschichtsstunde wider die Unterdrückung
in Form eines Gerichtssaalthrillers
Titel Amistad – Das Sklavenschiff
(Amistad)
Drehbuch David Franzoni
Regie Steven Spielberg, USA 1997
Darsteller

Morgan Freeman, Nigel Hawthorne, Anthony Hopkins, Djimon Hounsou, Matthew McConaughey, David Paymer, Pete Postlethwaite, Stellan Skarsgård, Razaaq Adot, Abu Bakaar Fofanah, Anna Paquin, Chiwetel Ejiofor, Tomás Milián, Xander Berkeley, Arliss Howard u.a.

Genre Drama, Historie
Filmlänge 155 Minuten
Deutschlandstart
26. Februar 1998
Inhalt

Die Zeit: 1839. Der Ort: Das Sklavenschiff „La Amistad”, irgendwo auf dem Atlantik. An Bord, neben der Besatzung: 53 Westafrikaner, in Ketten gelegt, eingefangen und zum Verkauf auf dem Sklavenmarkt freigegeben.

Einem gelingt es, erst sich und dann die Leidensgenossen aus den Ketten zu befreien. Ihnen gelingt erfolgreich der Aufstand gegen die Unterdrücker. Ihr Plan jedoch, in die Heimat zurückzusegeln, scheitert, sie landen auf amerikanischem Boden. Und wieder in Gefangenschaft. Es entbrennt ein bitterer Streit vor Gericht, der zur Farce ausartet und die hilflosen Afrikaner zum Spielball von Gegnern und Anhängern der Sklaverei macht.

Erst das Plädoyer von Ex-Präsident Adams bringt eine Wendung in der makabren Szenerie …

Was zu sagen wäre

Steven Spielberg arbeitet in seinem bestechend fotografierten Epos ein lange vergessenes, dunkles Kapitel in der Geschichte der USA auf. Die Form: ein Gerichtssaal-Thriller. Das Thema: die Unmenschlichkeit der Sklaverei, die Fehlbarkeit der US-Justiz und die Unantastbarkeit der Würde des Menschen.

Spielberg hält sich eng an die historischen Fakten und setzt seinen Weg durchs historische Fach fort, das bei ihm eine Geschichte der Unterdrückung ist, die sich selbst überlebt hat. Streng genommen ist „Amistad“ der direkte Folgefilm auf Spielbergs Schindlers Liste (1993). Dass zwischen beiden Filmen in seiner Filmbiografie Jurassic Park 2 (1997) steht, ist dem Umstand zu schulden, dass die Universal-Produzenten an das Schindler-Projekt nicht glaubten und Spielberg die benötigten Millionen nur zusicherten, wenn der im Gegenzug „noch einen Dinosaurier-Film“ für sie drehe.

Der meisterhafte Kinoerzähler umgeht die Gefahr, trockenen Geschichtsunterricht zu leisten durch die populäre Form des Gerichtssall-Thrillers. Kalte Kläger, flammende Plädoyers, dramatisches Unrecht – solchen Eckpfeilern mag sich niemand verwehren. Trotz einiger allzu effektbetonter Szenen ein bemerkenswert an der humanitären Grundidee orientierter Film von dramatischer Kraft und überzeugender Darstellung.

Wertung: 9 von 11 D-Mark