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Kinoplakat: The amazing Spider-Man 2 - Rise of Electro
Oh, welch wirres Web sie weben
Titel The amazing Spider-Man 2: Rise of Electro
(The amazing Spider-Man 2: Rise of Electro)
Drehbuch Alex Kurtzman + Roberto Orci + Jeff Pinkner + James Vanderbilt
nach den Comics von Stan Lee + Steve Ditko
Regie Marc Webb, USA 2014
Darsteller Andrew Garfield, Emma Stone, Jamie Foxx, Dane DeHaan, Colm Feore, Felicity Jones, Paul Giamatti, Sally Field, Embeth Davidtz, Campbell Scott, Marton Csokas, Louis Cancelmi, Max Charles, B.J. Novak, Sarah Gadon u.a.
Genre Comic-Verfilmung
Filmlänge 142 Minuten
Deutschlandstart
17. April 2014
Website theamazingspiderman.com
Inhalt
Peter Parker versucht sein Leben zwischen New York Citys beliebtem Beschützer Spider-Man und seinen Gefühlen zu seiner Freundin Gwen Stacy zu ordnen, die ein Praktikum beim Industriegiganten Oscorp absolviert. Peter liebt Gwen über alles, aber er hat ihrem verstorbenen Vater geschworen, sie nie in Gefahr zu bringen.

Als Spider-Man rettet er dem labilen Oscorp-Elektriker Max Dillon das Leben, der fortan von Spider-Man besessen ist. Bei einem Arbeitsunfall fällt Dillon in einen Tank mit mutierten Zitteraalen, verwandelt sich in den lebenden Blitz Electro und legt unfreiwillig den Times Square in Schutt und Asche, so dass ihn Spider-Man überwältigen muss. Electro wird gefangen genommen, und seine Verehrung für Spider-Man verwandelt sich in Hass.

Gleichzeitig stirbt der Oscorp-Patriarch Norman Osborn an einer unheilbaren Krankheit. Kurz vor dem Tod eröffnet er seinem Sohn Harry, dass er bald an derselben Krankheit sterben wird, und vermacht ihm seine ganze Forschung. Peter sucht seinen alten Schulfreund Harry auf und tröstet ihn.

Der Trost hilft nicht: Harry erfährt, dass Spider-Man von einer Oscorp-Spinne gebissen wurde, und hält sie für seine letzte Überlebenschance. Allerdings sind alle diese Spinnen getötet worden, um solche Aktivitäten zu vertuschen. Daher bittet er Spider-Man um eine Blutspende, die der aber ablehnt. Zornig verbündet sich Harry mit Electro gegen Spider-Man, und Harry nimmt anstelle des Spinnenserums ein geheimes grünes Serum aus dem Vermächtnis seines Vaters und wird zum wahnsinnigen Green Goblin …

Was zu sagen wäre
Jetzt also Electro, einer der älteren Gegner Spider-Mans. Und nicht nur der: Auch Rhino sagt kurz Grüß Gott, ursprünglich ein etwas tumber Schwerverbrecher (schwer ist durchaus wörtlich gemeint), der bei einem Schurken-Experiment mit einer unzerstörbaren Rhinozeros-Haut ausgestattet wurde, inklusive Horn. Im Kino kommt der Mann in Eisenrüstung. Und der Green Goblin ist auch wieder da.

Aber das hilft alles nichts. Dieser Film beweist das Wort von den vielen Köchen, die einen Brei verderben. Hier haben am Drehbuch erst zwei, dann vier Autoren gesessen und der Film, dem jeder Spannungsaufbau fehlt, der streng genommen kaum eine Geschichte erzählt, zerfällt in Einzelteile; ein paar sind ganz schick, die Spidey-schwingt-durch-New-York-Szenen oder die Bewegungen des Wandkrabblers sind sehr gut geworden. Die Szenen mit Electro sind vor allem laut, blau und blitzig. Eine eigene Geschichte hat dieser Mann nicht; wir erfahren, dass ihn keiner mag und er im Job wohl nicht so eine Granate ist. Der Rest des Films ist eine zäh in die Länge gezogene Beziehungskrise zwischen Peter Parker und Gwendolyn Stacy.

Das war schon in den Comicvorlagen immer so: Seitenweise Action, aber das Spannende waren die privaten Probleme Parkers. Im Comic hat das funktioniert. Auf der großen Leinwand – und vor allem in Zeiten von Superheldenfilmen wie Thor, Captain AmericaHulk und Iron Man – schaffen Peter und Gwen nur plattes Soap-Gedudel. Da fehlt es an allem. Unter anderem an Antworten: Wenn, wie es heißt, die mutierten Spinnen damals von Peters Vater allesamt vernichtet wurden, woher kommen dann die Spinnen, von denen eine Jahre später Peter im ersten Film gebissen hat? Wieso kann ein leitender Mitarbeiter von Oscorp den Besitzer von Oscorp einfach aus dem Unternehmen werfen? Peters Vater hat ein geheimes Labor zurückgelassen – in einem U-Bahnwaggon unter den Gleisen einer verlassenen U-Bahnstation? Das ist schon toll, was Wissenschaftler so alles bauen können, was Dutzende teuer ausgerüstete Großgangster nicht, der Sohn dann aber quasi sofort findet.

Bei diesem zweiten/fünften Spider-Man-Film passt nichts zusammen. Die produzierenden SONY-Studios dürfen solange die Spidey-Lizenzrechte ausüben, solange sie in regelmäßigen Abständen Spider-Man-Filme machen. Der vorliegende sieht genau so auch aus: Hauptsache, irgendwas mit Spider-Man gedreht. Wird Zeit, dass die Lizenzrechte zurück an Marvel gehen, die mit Avengers und dessen Satelitenfilmen beweisen, wie Superheromovie geht.

Wertung: 2 von 8 €uro
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