Kinoplakat: All die schönen Pferde
Marlboro goes
Große Leinwand
Titel All die schönen Pferde
(All the Pretty Horses)
Drehbuch Ted Tally
nach dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy
Regie Billy Bob Thornton, USA 2000
Darsteller Matt Damon, Penélope Cruz, Henry Thomas, Lucas Black, Rubén Blades, Robert Patrick, Julio Oscar Mechoso, Miriam Colón, Bruce Dern, Sam Shepard u.a.
Genre Drama
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
12. Juli 2001
Inhalt

Texas, 1949. Als nach dem Tod seines Großvaters die Ranch verkauft wird, auf der er sein ganzes Leben verbracht hat, entscheidet sich John Grady Cole gemeinsam mit seinem besten Freund Lacey Rawlins in Mexiko einen Neuanfang zu wagen. Das Leben der Cowboys südlich des Rio Grande sei romantisch, hatten sie gehört. Hier wollen die Pferdenarren ihre Träume verwirklichen und brechen zu einer abenteuerlichen Reise auf. Unterwegs begegnen sie einem jungen Ausreißer – eine Bekanntschaft, die noch viel Ärger nach sich ziehen wird.

Als Cole sich auch noch leidenschaftlich in Alejandra, die schöne Tochter eines wohlhabenden Pferdezüchters, verliebt, stürzt ihn dies bald mitten in eine Odyssee, an deren Ende er die wahre Bedeutung von Verantwortung, Liebe und Rache kennen lernen wird …

Was zu sagen wäre

Männer unter Cowboyhüten, die die ganze Breite der Cinemascope-Leinwand einnehmen, Männer-Romantik, die an eine Zigarettenmarke erinnert, um nahtlos an die Quellen dieser Zigarettenwerbung zu gemahnen. „All the pretty horses” ist ein Epos mit alter Geschichte: Ein Mann wird erwachsen, und um das zu können, muss er hinaus ins feindliche Leben, wo er sich, sein Leben, sein Recht und sein Gesetz kennen lernen muss, das sich täglich mit dem Gesetz der anderen messen muss.

Matt Damon war nie glaubhafter, als in der Rolle des jungen John Grady Cole; die Rolle des verlorenen Cowboys, der sein Land nicht mehr kennt, weil Highways und Interstates beginnen, die Geografie zu bestimmen, könnte – läge dem Film keine Romanvorlage zugrunde – für ihn erfunden worden sein. Dass ein Regisseur das Drehbuch und seinen daraus resultierenden Film ernst nimmt, erkennt man heutzutage unter anderem auch daran, dass die Reifen eines Flugzeuges, das auf einer Weide landet, eben nicht quietschen.

Billy Bob Thornton, hiesigen Kinogängern bekannt zum Beispiel in der Rolle des knarzigen NASA-Chefs aus „Armageddon” und den Klatschlesern bekannt als Ehemann von Angelina „Lara Croft” Jolie, hat als Regisseur hier gute Arbeit geleistet. Für deutsche Augen, die Cowboy-Sehnsüchte eben nur mit Zigarettenwerbung übersetzen und Männerphantasien auf dem Rücken edler Pferde nur aus dem Abenteuerurlaub oder dem Pferdestall vom Nachbarn kennen, hat der Film Längen. Davon mal abgesehen, ist „All the pretty horses” wunderbar fotografiertes Kino in traumhaft schönen Landschaften und albtraumhaft schrecklichen Gefängnissen.

Unter der Regie von Oscarpreisträger Billy Bob Thornton spielen Matt Damon (Der talentierte Mr. Ripley – 1999; Good Will Hunting – 1997), Penélope Cruz (Woman On Top – 2000), Henry Thomas (Legenden der Leidenschaft – 1994; E.T. – Der Außerirdische – 1982) und Lucas Black („Sling Blade”) in einer Kinoadaption von Cormac McCarthy's Bestseller.

Wertung: 9 von 11 D-Mark