Kinoplakat: Akte X – Der Film
Ein TV-Erfolg, der
im Kino einknickt
Titel Akte X – Der Film
(The X Files)
Drehbuch Chris Carter + Frank Spotnitz
Regie Rob Bowman, USA 1998
Darsteller David Duchovny, Gillian Anderson, Armin Mueller-Stahl, John Neville, William B. Davis, Martin Landau, Mitch Pileggi, Jeffrey DeMunn, Blythe Danner, Terry O'Quinn u.a.
Genre Mystery
Filmlänge 121 Minuten
Deutschlandstart
6. August 1998
Inhalt

… das Jahr 35.000 vor Christus. Die Erde. Eine Eiswüste da, wo Landkarten heute Nord-Texas ausmachen. Zwei Urmenschen folgen einer Spur im Schnee, hoffen auf gutes Fleisch. In einer Höhle treffen sie auf das gute Fleisch. Sie leben keine zwei Minuten mehr …

Das nördliche Texas. Heute. Ein Junge fällt in ein tiefes Loch; findet einen menschlichen Schädel. Bevor er stolz seinen Fund präsentieren kann, dringen wurmartige Wesen in ihn ein. Seine Augen werden schwarz. Er stirbt. Eine Stunde später ist eine Regierungsbehörde vor Ort, riegelt das Gelände weiträumig ab.

Dallas am Tag danach. Die FBI Agents Mulder & Scully im Einsatz: In einem Bürogebäude ist eine Bombe versteckt. Mulder lokalisiert sie. Die beiden Agenten lassen das Haus blitzartig räumen – ein Experte bleibt allein mit der Bombe zurück. Sinnlos. Die Explosion reißt das Haus ein. Vor einem Untersuchungsausschuss müssen sich Mulder und Scully verantworten. Sie sollen schuld sein, dass bei der Explosion Tote zu beklagen sind. Unter diesen ein kleiner Junge …

Während Scully mit dem Gedanken spielt, vor einer unehrenhaften Versetzung den Dienst zu quittieren, wird Mulder von einem alten Mann kontaktiert: „Ich war ein guter Freund Deines Vaters!” Dieser Mr. Kurtzweil bringt Mulder auf eine seltsame Spur: Irgendwo im nördlichen Texas züchten Männer mit mächtigen Verbindungen einen gefährlichen Virus, dessen Ursprung nicht von dieser Welt ist. Als Beweis führt er die Opfer der Explosion in Dallas an. Die solle sich Mulder mal genau anschauen. Die seien zwar tot, aber gewiss nicht durch die Bombe gestorben. Scully untersucht die Leichen und macht eine seltsame Entdeckung.

Sie brechen sofort auf. Dorthin, wo vor ca. 37.000 Jahren zwei Urmenschen auf „gutes Fleisch” gehofft hatten. Aber sie werden beobachtet! Von einem geheimnisvollen Mann mit Zigarette und einem Geheimbund, dem er offenbar angehört …

Was zu sagen wäre

Ein Kinofilm als Biindeglied zwischen fünfter (Episode 117: Das Ende) und sechster Staffel (Episode 118: Der Anfang) einer enorm erfolgreichen TV-Serie. Das war für alle X-Files-Aficionados – und von denen gibt es viele – ein Hochamt des Kinos. Und weil auch solche Exoten ins Kino gehen sollten, die von Akte-X nur gehört, aber nichts gesehen hatten, wurde das Konzept der Serie erweitert: Mehr Action, mehr Verschwörung. Am Ende half es nichts. Die Exoten sahen einen Film, wie sie viele vorher und besser gesehen hatten und die Aficionados eine Art Zweiteiler, der zur Leinwandgröße augeblasen worden war und 11 Mark an der Abendkasse kostete.

Rein technisch ist nichts zu sagen. Man kann sich den Film schon mit Spaß angucken – ordentliche Bilder gibt es und wer hätte was gegen eine ordentliche Verschwörung einzuwenden. Aber pure Lust bringt der Film nur jenen, die die Serie im Kopf haben und alle Knotenpunkte im Film erkennen. Mulders Hauptmotivation über (bis dato) fünf Staffeln war das Rätsel um das Verschwinden seiner Schwester, die offenbar von Außerirdischen entführt wurde, als er 12 Jahre alt war.

Im Film erfährt man nun, dass sein Vater dies zuließ, um einen Klon aus Mensch und Alien zu schaffen, damit sie als genetische Kreuzung den außerirdischen Virus überleben würde. Für die Serienfans einer dieser wichtigen Serienerkenntnisse. Für Erstgucker lediglich ein „Aha”.

„Akte-X – Der Film” blieb im Kino ein One-Hit-Wonder. Im Fernsehen folgte auf die Staffel 6, die an den Kinofilm anknüpfte, noch eine siebte, achte und neunte Staffel. Das Thema blieb ein TV-Erfolg; und dort ein großer.

Wertung: 7 von 11 D-Mark