Kinoplakat: Agenten sterben einsam
Besser geht es fast nicht! Ein Nägel-
Beißer unter den Kommando-Filmen
Titel Agenten sterben einsam
(Where Eagles Dare)
Drehbuch Alistair MacLean
Regie Brian G. Hutton, USA, UK 1968
Darsteller Richard Burton, Clint Eastwood, Mary Ure, Patrick Wymark, Ferdy Mayne, Michael Hordern, Ingrid Pitt, Donald Houston, Peter Barkworth, William Squire, Robert Beatty, Brook Williams, Neil McCarthy, Vincent Ball, Anton Diffring, Derren Nesbitt, Victor Beaumont u.a.
Genre Krieg, Action
Filmlänge 158 Minuten
Deutschlandstart
6. März 1969
Inhalt

Deutschland im Winter 1943/44: Major Smith soll mit einem Sonderkommando während des 2. Weltkriegs in den winterlichen Alpen abgesetzt werden. Sein Auftrag lautet: Verschaffen Sie sich Zutritt zu Schloss Adler, Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes. Das Kommandounternehmen soll den US-amerikanischen General George Carnaby aus der Nazi-Gefangenschaft befreien. Carnaby sitzt im Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes in der befestigten Burg fest. Er soll gefügig gemacht werden, soll die Pläne der bevorstehenden Invasion der Alliierten verraten.

Smith landet mit seinen Männern in den winterlichen Alpen hinter den feindlichen Linien. Ein Mann stirbt. Und als sie ihr schwerbewachtes Ziel erreichen, sind weitere Männer tot. Ermordet. Smith hat offenbar einen Verräter unter seinen Leuten.


Das Kommandounternehmen ist nicht mehr zu stoppen – Verräter hin, Killer-in-eigenen-Reihen her. Dem kleinen Trupp bleibt nichts übrig, als den Anstieg auf die Burg zu starten. Smith hat alles perfekt geplant – sogar solche Eventualitäten, die eigentlich gar nicht eintreten können …

Was zu sagen wäre

„Agenten sterben einsam“ ist neben Die Kanonen von Navarone (1961) die erfolgreichste Verfilmung eines Romans des Thrillerspezialisten Alistair MacLean, der in den 1960er und 70er Jahren Thriller in Serie schrieb, von denen viele verfilmt wurden – im kommenden September kommt die Verfilmung von Eisstation Zebra in die Kinos. Und er gehört zu den Filmen, die ich zum ersten mal als Teenager auf der Cinemascope-Leinwand gesehen habe. Anschließend verließ ich wie hypnotisiert das (Weißhaus)-Kino in Köln Sülz, völlig baff, wie geil Kino ist: Große Bilder, große Charaktere, große Verschwörung und mehr Wendungen und Twists, als meine Mutter Locken im Haar.

Clint Eastwood, nach einem dürren Nebenrollen-Jahrzehnt gerade erst mit Sergio Leones Dollar-Trilogie zum Klasse-A-Star mutiert, ist als Lt. Morris Schaffer eine Augenweide. Bescheiden, uneitel gibt er den loyalen, aufmerksamen, durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Soldaten und den Anker für das wichtige US-Publikum, das ansonsten ausschließlich Briten und Nazis vor sich hat. Eine große Nummer bietet auch Richard Burton („Die Stunde der Komödianten“ – 1967; Der Widerspenstigen Zähmung – 1967; „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ – 1966; Der Spion, der aus der Kälte kam – 1965; Die Nacht des Leguan – 1964; „Cleopatra“ – 1963; „Der längste Tag“ – 1962; „Das Gewand“ – 1953). Hätte es damals schon den Begriff „cool” gegeben, Burton wäre cool gewesen. Mit kaltem Blick, harter Faust und heißer MG spult er kühl seinen Plan ab.

Kinoplakat (US): Where Eagles Dare

Als dieser Plan sich dann wie eine Zwiebel vor dem Zuschauer entblättert, sitzt der amüsiert mit offenem Mund im Kinosessel – auch, wenn er das Buch vorher gelesen hat. Kein Wunder: Hier ist eines der seltenen Beispiele, in denen Jemand ein gutes Drehbuch geschrieben hat und später daraus einen ebenso schlüssigen, spannenden Roman macht – und ich rede nicht von dem inflationär angebotenen „Buch zum Film“, sondern von einem eigenständigen Werk.

Großes Kino!

Wertung: 8 von 8 D-Mark