Kinoplakat: 47 Ronin
Fantasy-Epos mit Schauwerten
aber ohne Überraschungen
Titel 47 Ronin
(47 Ronin)
Drehbuch Chris Morgan + Hossein Amini + Walter Hamada
Regie Carl Rinsch, USA 2013
Darsteller Keanu Reeves, Hiroyuki Sanada, Rinko Kikuchi, Ko Shibasaki, Tadanobu Asano, Min Tanaka, Jin Akanishi, Masayoshi Haneda, Hiroshi Sogabe, Takato Yonemoto, Hiroshi Yamada, Shû Nakajima, Cary-Hiroyuki Tagawa, Neil Fingleton, Natsuki Kunimoto u.a.
Genre Fantasy, Historie
Filmlänge 118 Minuten
Deutschlandstart
20. Januar 2014
Inhalt
Im feudalen Japan des 17. Jahrhunderts war das Fürstentum Akō ein wohlhabendes Reich, sein Fürst Asano ein gütiger Herrscher. Vor vielen Jahren hat er einen Jungen vor dem Tode bewahrt. Er war aus dem Wald gekommen, aus dem Reich der Zauberer und wurde von den Samurai am Hofe als „Halbblut" verachtet. Nur des Fürsten Tochter Mika fand Gefallen an dem Jungen, der Kai gerufen wurde, und dessen erstaunlichen Fertigkeiten und freundete sich mit ihm an.

Viele Jahre später ist aus der Freundschaft eine heimliche, uneingestandene Liebe geworden, die nicht sein darf. Kai ist ein „Halbblut", Mika die Tochter eines Fürsten. Eines Fürsten noch dazu, der sich gerade auf hohen Besuch einrichtet: Der Shogun hat sich angesagt, der mächtige oberste Herrscher des Reiches.

Im Nachbarreich Akōs herrscht Fürst Kira, ein hochnäsiger und gieriger Mann. Er will Akō für sich, aber das geht nicht über Waffengewalt. Mithilfe der Hexe Mizuki schafft er es, den Meister der Samurai von Akō zum Tode verurteilen zu lassen, dessen Länder und Besitz einzuziehen und dessen Tochter, Mika, für sich zu beanspruchen. Der Meister begeht Seppuku, den rituellen Selbstmord.

Auch seine ihm unterstehenden 300 Samurai sind dazu verpflichtet - doch 47 Ronin, so heißen meisterlose Samurai, weigern sich und planen unter Führung von Kuranosuke Ôishi ihre Rache. Aber sie benötigen die Hilfe eines Mannes, den sie aufgrund seiner Herkunft bisher als unwürdig ablehnten: Kai. Mit ihm stellen sie sich mythischen Wesen, Hexerei und Kira …

Was zu sagen wäre
Schon die ersten Trailer hatten einen SFX-geladenes Fantasy-Bombast erwarten lassen mit uralten Traditionen, bunten Gewändern, edlen Schwertkämpfern, Frauen, die sich in Drachen verwandeln und Keanu Reeves („Der Tag, an dem die Erde stillstand“ – 2008; The Gift – 2000; Matrix – 1999; Im Auftrag des Teufels – 1997; Dem Himmel so nah – 1995; Vernetzt – 1995; Speed – 1994), der die Japaner befreit.

So ist der Film auch geworden. Wir bekommen ordentlich was zu gucken und die Story geht auch geradlinig voran und Keanu Reeves hat ordentliche Schwertkämpfer-Moves eingeübt. Allerdings ist das alles nicht spannend. Wir sehen halt zu, wie Hollywood eine alte japanische Legende nacherzählt und da könnte ich mich ja auf den historischen Beobachterposten setzen und was lernen. Aber dann dürfte Keanu Reeves nicht sein.

Reeves Figur Kai findet in der zugrundeliegenden Legende nicht statt. Da ist auch der schurkische Kira lediglich ein geachteter Zeremonienmeister in Diensten des Shogun, aber das ist nebensächlich. Das Halbblut Kai in diese für Japaner wichtige Geschichte zu pflanzen, ist so, als würde man in einer Verfilmung der Nibelungen neben den Recken Siegfried noch einen Amerikaner (oder dessen Vorläufer, einen Engländer) stellen, der der bessere Kämpfer ist und alle entscheidenden Schlachten für Siegfried gewinnt – dazu werden jede Menge Waldelben, Baumwesen und Hexen gereicht. Gar nicht davon zu reden, dass die Vorbilder der edelmütigen Film-Ronin bei ihrem Tun durchaus auch wirtschaftliche Interessen hatten – durch ihre Entehrung hatten sie keine Möglichkeit, je wieder irgendwo Anstellung zu finden. Hat sich also was mit möglichem Historienepos.

Bleibt der Film als solcher: Bunt, moralisch und edelmütig. Saubere CGI und ordentlicher Soundtrack. Ganz gutes Popcorn-Kino.

Wertung: 4 von 8 €uro