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InhaltParis. Nachts. Die Polizei verfolgt einen Raser. Am Steuer des verfolgten Maserati: Ein Schwarzer im Kapuzenshirt. Daneben ein Weißer mit graumeliertem Bart, lächelnd. Die Polizei stellt den Maserati und zieht die übliche Hände-über-dem-Kopf-Masche ab; schließlich: Ein Schwarzer in so einem Auto? Es dauert ein paar Sekunden, bis der zeternde Schwarze auch gehört wird - inhaltlich gehört. Der Weiße ist querschnittsgelähmt, kann nicht aus dem Wagen, hat Schaum vor dem Mund. Er müsse sofort ins Krankenhaus, ruft der Schwarze, sein Chef habe einen Anfall, deshalb rase er ja mit 180 Sachen durch die Stadt. Die Polizisten eskortieren sie zum Krankenhaus und verabschieden sich höflich. Derr Schwarze, Driss, steckt dem Weißen, Philippe, eine Zigarette in den Mund. Beide grinsen. Sie hatten spaß und Driss 200 Euro gewonnen - er hatte gewettet, dass die Polizisten sie "am Ende" eskortieren würden. Driss startet den Maserati Quattroporte V. Beide fahren in die Nacht. Rückbende. Philippe bringt Driss sein Weltbild näher (klassische Musik, Oper, Malerei …) und Driss umgekehrt (Rauchen, Frauen, moderne Musik …). Driss bringt Philippe auch dazu, seine Brieffreundin in Dünkirchen anzurufen und ihr sein Foto zu senden. Ein vereinbartes Treffen findet allerdings nicht statt. Philippe kneift im letzten Moment, ist überzeugt, die Dame aus Dünkirchen würde auf dem Absatz umdrehen und vor dem Rollstuhlmann flüchten. Driss ahnt davon nichts, hört nur, man habe "sich wohl verpasst". Der deprimierte Philippe verlässt Paris und geht mit Driss paragliden. Irgendwann ist die Zeit vorbei: Driss hat Schwierigkeiten in seiner Familie, die seit langem schwelen. Nach ein paar Monaten muss er Philippe verlassen, hilft seinem kleinen Bruder aus der Klemme und bewirbt sich erfolgreich für einen Job als Kurierfahrer. Philippe bekommt einen neuen Pfleger. Aber der ist, nachdem er sich mit Driss angfreundet hat, nachdem Driss ihm gezeigt hat, wie Leben auch gehen kann, wenn man im Rollstuhl nicht von einem sozial verbildeten Uni-Pfleger in Watte gepackt wird ..., mit allen Nachfolgern unglücklich. Philippe lässt sich nicht mehr rasieren. Eine Angestellte des Hauses, Yvonne, greift schließlich zum Telefon und ruft Driss ins Haus. Kurz darauf sitzen ein Schwarzer in Kapuzenshirt und ein querschnittsgelähmter Weißer mit Bart in einem Maserati und rasen durch die Nacht. Driss muss noch etwas erledigen ...
Was zu sagen wäreEs ist so einfach, bei so einem Sujet "Schöner Film" zu sagen. Das kann dann ebenso gut gelogen, aber wenigstens politisch korrekt sein. Das kann aber auch stimmen. Im vorliegenden Fall stimmt es. Autoren/Regisseure Olivier Nakache + Eric Toledano haben die richtige Mischung aus Sentiment und pragmatischem Witz gefunde; dazu ein außergewöhnlich gutes Ensemble - sympathisch, aber nicht aufdringlich. Und das Allerschönste kommt zum Schluss: Dieser film ist kein hübsch zusammengeklebtes Märchen, das an kalten Wintertagen das Herz wärmen soll. "Ziemlich beste Freunde" basiert auf einer realen Geschichte, die von Philippe Pozzo di Borgo im Buch "Le Second Souffle" 2001 veröffentlicht wurde. Die beiden Regisseure haben drüber 2004 schon einen Dokumentarfilm gedreht. Das Budget betrug 9,5 Mio. Euro, bislang wurden allein in Frankreich über 145 Millionen Euro eingenommen und wurde dort zur erfolgreichsten Komödie 2011 und zum zweiterfolgreichsten französischen Film mit rund 17 Millionen Kinobesuchern.
Am 5. Januar 2012 war der Kinostart in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz Wertung: 7 von 7 €uro |