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InhaltLangley, Virgina, 1991: CIA-Veteran Nathan Muir beginnt seinen letzten Tag im Dienst. Schon in aller Herrgottsfrühe klingelte sein Telefon, ein Verbindungsmann aus der britischen Botschaft, Hongkong teilt nur mit, wenn er informiert sein wolle, solle er seinen Arsch aus der Matratze winden und in zwanzig Minuten im Büro sein. So erfährt Muir, was er gar nicht erfahren sollte: CIA-Mann Tom "Boy Scout" Bishop ist bei einem inoffiziellen Einsatz in China aufgeflogen, wurde verhaftet und soll in 24 Stunden wegen Spionage hingerichtet werden. Die neuen Herren im CIA, alles junge, alerte Männer in dunklen Anzügen, wollen die Füße still halten --Bishop war nicht offiziell unterwegs, kommende Woche besucht der Präsident das Land des Lächelns, ein internationaler Zwischenfall käme da sehr ungelegen. Es liegt an Muir, den jungen Agenten rauszuhauen. Muir gehört zur "old school". Er hat Bishop einst rekrutiert, ausgebildet und lange Zeit geleitet, hat Bishop alles beigebracht; und er hat noch gelernt, dass man einen Mann nicht einfach zurücklässt. Dabei ist Muir alles andere als ein reaktionärer Betonkopf. Und die jungen Hüpfer, die heute die Agency leiten, werden bald merken, dass der "Oldtimer" seinen Sessel gar nicht verlassen muss, um trotzdem die Fäden in die Hand zu bekommen, die seinen ehemaligen Protégé aus der chinesischen Haft befreien werden...
Was zu sagen wäreDas hätte aber grandios schief gehen können, von wegen "böse Chinesen, gute Amerikaner, tolle Politik" --da macht Hollywood ja gerne einen auf besonders patriotisch. Aber Robert Redford spielt mit, bekennender Linker, und da kann man sich entspannt zurücklehnen. Tony Scott (Bruder von Ridley Scott) auf dem Regiestuhl? Hätte auch schiefgehen können --Filme wie "Top Gun", "Days of Thunder", "The Fan" oder "Staatsfeind Nr. 1" waren keine Glanzlichter--, kann aber auch gut gehen: Filme wie "Crimson Tide" beweisen, dass Scott politisch schwierige Themen im Griff hat, den Zeigefinger jederzeit stecken lässt und statt dessen lieber gutes Kintopp machen will. Hätte es bei der Besetzung schief gehen können? Kaum! Brad Pitt, der 1991 unter Redfords Regie in "Aus der Mitte entspringt ein Fluss" seine erste Hauptrolle spielte, glänzt neben Charme-Schlachtross Redford, und Tony Scott versteckt seine Vergangenheit als Werbe-Clip-Regisseur nicht, bastelt Schnitte, SlowMotion und Zeitraffer in Sekundenschnipseln aneinander, dass einem schwindelt. Trotzdem bleibt die Story im Mittelpunkt, die natürlich nicht einfach 24 Stunden im bläulichen-schwarz schimmernden CIA-Building in Langley spielt. Wir begleiten Nathan Muir in die Vergangenheit, wenn er Tom Bishop als Scharfschützen in Vietnam kennenlernt, ihn in Ost-Berlin anwirbt und in Beirut jenen Fehler macht, der beider Wege sich trennen lässt (wahrscheinlich spielt die Geschichte deswegen auch 1991 --und nicht 2001--, weil Redford mit seinem mittlerweile erkennbar alten Gesicht sonst unmöglich Szenen hätte spielen können, die Mitte der 70er Jahre spielen. Die Produzenten lassen uns aber wissen, das Drehbuch sei Mitte der 90er Jahre entstanden und untersuche die veränderten Zielvorstellungen in der Politik nach den Umwälzungen von 1989.). Eine Frau spielt auch mit: Catherine McCormack, die einst Mel Gibson in "Braveheart" entkleiden durfte, bevor ein englischer Dragoner ihr die Kehle durchschnitt, ist Pitts Love-Interest. "Spy Game" ist sehenswert, spannend, gut gespielt und angenehm old fashioned. Wertung: 6 von 6 €uro |