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InhaltMassachussetts, 1954, das düstere Ashcliffe Hospital für psychisch gestörte Schwerverbrecher auf Shutter Island: US-Marshal Edward "Teddy" Daniels untersucht mit seinem Partner Chuck Aule das Verschwinden der Patientin Rachel Solando. Während ein Hurrikan heraufzieht, der eine Rückkehr aufs Festland zunächst unmöglich macht, verfestigt sich bei Daniels der Verdacht, dass auf der Insel geheime Experimente an Patienten durchgeführt werden. Zunehmend wird er von Albträumen und Halluzinationen geplagt, die sich vor allem um seine verstorbene Ehefrau und Erinnerungen an seine Zeit als US-Soldat im Zweiten Weltkrieg drehen, in dem er an der Befreiung des KZ Dachau beteiligt war. Daniels, der sich aus persönlichen Gründen schon früh beworben hatte, sollte es einmal zu Ermittlungen auf Shutter Island kommen, versucht jetzt, Beweise dafür zu finden, dass auf der Insel Menschenversuche mit Psychopharmaka und Gehirnoperationen, vor allem Lobotomien durchgeführt werden. Von Kopfschmerzen geplagt, schlägt er schließlich einen Wachmann nieder und dringt in den Leuchtturm der Insel ein, von dem er vermutet, dass dort die Menschenversuche unter Leitung eines ehemaligen Nazi-Arztes durchgeführt werden ... Eine Verfilmung, die auf einen O.-Henry-Twist setzt, ist so gut oder so schlecht, wie die Romanvorlage. Im vorliegenden Fall muss die Romanvorlage sehr gut gewesen sein, die Story des Films ist spannend, hat unerwartete Wendungen, rätselhafte Verhaltensweisen und am Ende einen doppelten Twist. Zum Filmstart - Premiere auf der Berlinale 2010 - wurde dazu schon viel ge- und umschrieben, sodass ein unbefleckter Kinobesuch nahezu ausgeschlossen war. Martin Scorsese verbeugt sich mit Shutter Island vor den Gothic-Thrillern der 40er und 50er Jahre, in denen die Schatten lang, die Männer finster, die Gemäuer dick und die Abgründe hässlich waren. Das macht Scorsese - wie immer - handwerklich perfekt. Nur weiß man nicht genau, was man damit - immerhin doch im Jahr 2010 - eigentlich noch anfangen soll. Schattige Bilder, stürmische Höhen und ein schon zu Beginn zerfurcht dreinschauender US-Marshall, der im Verschwindibus-Fall einer dreifachen Kindsmörderin ermitteln soll, ist erstmal kein Aufhänger, neugierig mitzufiebern. Man muss sich schon darauf verlassen, dass Oscarpreisträger Scorsese einen nicht hängen lässt. Bisschen viel verlangt. Auch von einem Meister. Mit zunehmender Spielzeit berappelt sich das 140-Minuten-Oevre dann und beantwortet schließlich auch die während der Laufzeit ärgerlich gestellten Fragen zur Zufriedenheit. Und setzt mit einem melancholischen Schlusswort ein lyrisches I-Pünktchen. Wertung: 5 von 7 €uro |