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Salt

Plakat Salt

Angelina Jolie trägt
wenig Story, aber viel Action

Titel Salt
(Salt)
Drehbuch

Kurt Wimmer

Regie Phillip Noyce, USA 2010
Darsteller

Angelina Jolie, Liev Schreiber, Chiwetel Ejiofor, Daniel Olbrychski, August Diehl, Daniel Pearce, Hunt Block, Andre Braugher, Olek Krupa, Cassidy Hinkle, Corey Stoll, Vladislav Koulikov, Olya Zueva, Kevin O'Donnell, Gaius Charles u.a.

Genre Action
Filmlänge 100 Minuten
Home salt-derfilm.de

Inhalt

Evelyn Salt ist schon auf dem Weg nach Hause. Dinner mit ihrem geliebten Mann. Aber sie ist beim CIA und die Agenten da müssen flexibel sein. Also vernimmt Evelyn Salt noch rasch den frisch reingekommenen russischen Überläufer Orlov, der ihr von Tag X erzählt. Tag X ist eine Operation, die ein mächtiger Russe seit dem Kalten Krieg vorbereitet und die zur Zerstörung der Vereinigten Staaten führen soll. Orlov erzählt, dass der russische Präsident auf der Beerdigung des verstorbenen Vizepräsidenten in New York von einem russischen Spion namens Evelyn Salt getötet werden soll.

Von der Anschuldigung zeigt sich Salt erschüttert. Zunächst versucht sie, ihren Ehemann Michael, einen deutschstämmigen Arachnologen, zu erreichen, da sie um seine Sicherheit fürchtet. Währenddessen kann Orlov entkommen. Salt ist gezwungen zu flüchten, da ihre CIA-Kollegen sie nun verdächtigen, eine Doppelagentin zu sein. Sie flieht in ihr Appartement und stellt fest, dass ihr Mann nicht da ist.
Sie sucht alles Lebensnotwendige zusammen und flieht. Auf dem Highway kann sie nur knapp entkommen. Salt schafft es unerkannt in einen Bus nach New York City. Am nächsten Morgen gelangt sie über Schleichwege in die schwerbewachte St. Bartholomew’s Church, in der die Beerdigung des Vizepräsidenten stattfinden soll. Sie tötet den russischen Präsidenten, offenbar so wie Orlov es vorraussagte. Unmittelbar danach trifft sie auf Peabody, den sie hätte erschießen können, es aber nicht tut. Sie wird verhaftet. Und kann aus dem Polizei-Konvoi fliehen.

Eine Serie von Rückblenden zeigt Salt, wie sie in der Sowjetunion aufwächst und wie Orlov sie und andere Kinder zu Schläfer-Agenten ausbildet. Ihre Aufgabe sei es, nach ihrer Ausbildung in die USA zu gehen, sich dort zu integrieren und Spitzenpositionen einzunehmen. Am Tag X werde er ihr und den anderen Befehle erteilen, von verschiedenen Stellen in den USA loszuschlagen.

Salt trifft nach ihrem Auftragsmord auf Orlov, der sie herzlich empfängt. Er nimmt sie mit auf ein Boot, wo sich auch viele weitere Schläfer, die sie von früher her kennt, befinden. Dort testet er ihre Loyalität, indem er ihren entführten Ehemann Mike vor ihren Augen umbringen lässt. Es scheint, als ob Salt sich davon nicht beeindrucken lässt. Orlov teilt ihr den zweiten Teil seines Plans mit: Er will die Atomraketen der USA in seine Gewalt bringen und damit Teheran und Mekka zerstören, "Amerika wird einen qualvollen Tod sterben!"

Salt macht sich auf den Weg und schafft es ins Weiße Haus. Sie muss den Präsidenten in ihre Gewalt bringen ...


Was zu sagen wäre

"Salt" ist der dritte von vier Filmen, die den Action-Kinosommer 2010 füllen. Dieser Sommer war ein Sommer der Rückbesinnung auf das Kino der 1980er Jahre. Vier High-Potentials buhlten um den Kinozuschauer, die ordentlich Augenfutter - schöne Menschen, gewaltige Explosionen, kräftige Autos - versprachen, ohne das durch Unnötiges wie eine Handlung stören zu wollen. Was "Lethal weapon - Brennpunkt L.A:" Ende der 80er war, ist heute A-Team. Stirb langsam heißt heute Knight and Day und was Angelina Jolie im Sommer 2010 in Salt ist, war damals Arnold Schwarzenegger in "Raw Deal" (Der City Hai, 1986). Freundlicherweise hat Sylvester Stallone für diesen Sommer seine Action-Konkurrenten von einst zusammengetrommelt, um mit "The Expendables" einen schlichten, geraden Action-Film zu drehen, wie man das früher gemacht hat. Früher, in den 80ern, als die Muskeln eines Mannes noch was zäühlten in der Actionwelt.
Nichts beschwert diese Filme, keine Superstars die zu Hans Zimmers epischem Wumptata heroische Mein-Land-hat-mich-verraten-Sachen sagen, keine Generationen-von-Jungs-haben-mit-ihnen-gespielt-Erwartung wie bei Transformers, keine hysterische Fangemeinde alter Comic-Superhelden, die eifersüchtig auf die Einhaltung der alten Sagen pochen, kein mitteleuropäischer Esoterik-Ballast, wie ihn Roland Emmerich vor sich herschiebt. Nichts, nada, just Fun!

Teaserplakat zu Salt (2010)Angelina Jolie präsentiert sich wieder als eisenharte, aber verletzliche, toughe, aber anlehnngsbedürftige Agentin mit Rätseln. Und viel mehr als in "Wanted" muss ihr Charakter den Film tragen. Als Titel- und Hauptfigur in Tomb Raider kam es in erster Linie noch auf ihre zur Spielefigur passende Oberweite an - dass Jolie dann auch noch gut spielte, war eine fröhliche Zugabe.
Als Ev Salt kommt sie gut. Trägt sie den Film? Naja, es gibt nicht viel zu tragen. Meistens rummst, kracht und wackelt es. Dazwischen prügelt sich Salt noch hinter jede Tür - egal, wie gut die bewacht und gesichert ist.
Schwer vorstellbar, dass man sich in einem Hotel gleich gegenüber der Kirche mitten in New York, in der der US-Präsident, der russische Präsident und jede Menge weiterer Würdenträger den Tod des Vize-Präsidenten betrauern, einfach so ein Zimmer mit BLick auf diese Kirche nehmen kann, noch dazu als allein reisende Frau, die doch sicher schon seit Stunden zur Fahndung ausgerufen ist. Solche Situationen gibt es viele. Und die sollte man nicht auf die Goldwaage legen. Dann hat man Spaß an dem Film.
Irritierend sind gleich drei Besetzungen. Die Titelfigur erschießt kaltblütig den russischen Präsidenten. Dass die UNO-Botschafterin und Lifestyle-Ikone Angelina Jolie niemals kaltblütig jemanden erschießen würde, auch nicht im Kino, ist nach den ungeschriebenen Familien-Tauglichkeits-Regeln des Komerzkinos klar. Damit steht schnell fest, dass Salt auch ein zweites Mal nicht ist, was sie vorgibt zu sein. Ab da wartet der Zuschauer auf die Bestätigung. Und dieses Warten wird bisweilen lang in der pausenlosen Action.
Liev Schreiber spielt Salts freundschaftlichen Kollegen. "Liev Schreiber? Der spielt doch immer Bösen - meist überraschend ganz am Ende" ... Chiwetel Ejiofor gibt den kaltherzigen Abwehrchef. "Chiwetel Ejiofor? Der ist doch sonst immer der sanfte Gute. Da stimmt doch was nicht!"
Das ist der Sean-Bean-Faktor. Sean Bean spielt immer den Bösen. Auch wenn er als der liebenswerteste Papa der Welt eingeführt würde. Am Ende ist er das fleischfressende Monster. Bei Liev Schreiber ist das auch so.

Die genannten Faktoren halten den Film weit auf Abstand zur Bourne-Trilogie, mit der "Salt" oft verglichen worden ist, bzw., die Angelina Jolie in Interviews werbewirksam als Vorbild verkauft. Die Trilogie um den unter Gedächtnisstörungen leidenden Ex-CIA-Agenten hat mehr Tiefe. Sie hat das komplexere Story-Konstrukt, sie hat markantere Schauplätze und die bessere Actioon.

Tiefe täuscht "Salt" mit der Existenz eines Ehemannes vor. Warum mit August Diehl ein Deutscher besetzt wurde, spielt keine Rolle, ist aber gut für die deutsche Filmwirtschaft. Er ist so offensichtlich nur als Deus-ex-Machina-Vorzeiger in diesem Film, dass das an Beleidigung der Kinobesucher-Intelligenz grenzt.

  1. Mit Ehemann kann Angelina Jolie ein wenig weibliche Emotion zeigen, um sich vom männlichen Pendant abzugrenzen.
  2. Der Ehemann, vorgestellt als "weltweit zu den besten zählende" Arachnide, kann Evelyne Salt bei einem kniffligen Gift-Problem helfen. Das ist so bescheuert doof, dass es sich nicht einmal lohnt, sich darüber zu ärgern.

Aber: Es macht Spaß, Angelina Jolie bei ihren Stunts zuzugucken. Die Story ist so abgemagert, wie die Hauptdarstellerin, endet aber mit der Einladung zu "Salt 2" - die Produzenten hätten auch gleich "Salt will return in XXX" vor den Abspann setzen können. Da werden die Macher dann allerdings zulegen müssen. Eine prügelnde Angelina Jolie kennen wir ja nun. Beruhigend: Aus der "Sie haben mir alles genommen"-Gehirnwäsche-Rache-Vergangenheit lassen sich noch genug Funken schlagen.

Wertung: 4 von 7 €uro

 

In Wikipedia heißt es

2007 wurde berichtet, dass Terry George und Peter Berg die Regie übernehmen würden, allerdings sagten beide aus unbekannten Gründen ab. Ein Jahr später wurde Phillip Noyce als Regisseur bestätigt. Noyce trat an Tom Cruise heran, damit dieser die Hauptrolle Edwin A. Salt im Skript von Kurt Wimmer spiele. Cruise konnte allerdings nicht unterschreiben, da er Verpflichtungen in anderen Projekten hatte. Außerdem hatte er Bedenken, da er den Charakter zu ähnlich mit der von ihm gespielten Rolle des "Ethan Hunt" in Mission: Impossible empfand.
Amy Pascal als Verantwortliche von Columbia Pictures schlug Noyce Angelina Jolie vor. Noyce hatte vorher oft mit Jolie über den Wunsch eines weiblichen Agenten-Franchise gesprochen. Jolie bekam im September 2007 das Skript zu Salt und mochte es. Wimmer, Noyce und Produzent Lorenzo di Bonaventura reisten nach Frankreich, um mit Jolie über ein mögliches Skript und eine Charakteränderung zu diskutieren. Autor Brian Helgeland half bei der Charakterentwicklung und den Dialogen des Skripts, basierend auf den Aufzeichnungen der Diskussion zwischen Jolie und dem Filmteam. Dabei wurde auch der Name der Titelrolle in Evelyn Salt geändert.
Als Helgeland gefragt wurde, ob das Skript für Cruise das gleiche wie für Jolie sei, antwortete er: "Ich denke, dass es ein kontinuierlicher Prozess war, der offensichtlich von einem Wechsel des Hauptcharakters beschleunigt wurde. Allerdings sind die Ideen, also die Vielzahl an Ideen, die den Film funktionieren lassen, die gleichen. Ein CIA-Agent wird beschuldigt, ein russischer Maulwurf zu sein und flüchtet, um sich zu verteidigen. Eher hat sich die Tönung des Films hat in dieser Evolution geändert. In der gleichen Weise, denke ich, wie Actionthriller sich nach dem Vorbild der James Bond-Filme und der Bourne-Trilogie verändert haben.“
Mit einem Budget von 130 Millionen US-Dollar fanden die Dreharbeiten unter anderem in New York City und Washington, D.C. statt. Gedreht wurde von März bis Juni 2009, während Nachaufnahmen im Dezember 2009 angefertigt wurden.[11][12][13].
Die Dreharbeiten für eine Verfolgungsszene wurden in Albany (New York) auf der Water Street nahe der Auffahrt zur Interstate 787 gedreht.