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Inhalt
Einer der Bogenschützen in der Angriffsformation ist ein gewisser Robin Longstride, der, als der König fällt, seine Schuld fürs Vaterland getilgt sieht und mit ein paar Getreuen gen Heimat reitet. Einer dieser Landbesitzer ist Sir Walter Loxley, dessen Sohn Robert bei den Kreuzzügen ums Leben kam. Weil er keinen weiteren Erben vorweisen kann, droht ihm und der - nun verwitweten - Schwiegertochter Marion Loxley der Verlust der Ländereien. Überbracht hat die Nachricht vom Tode Roberts Robin Longstride. Walter verfällt auf die Idee, diesen als seinen Sohn auszugeben. Marion ist wenig begeistert - zu Beginn; sie lernt aber schnell, dass dieser Robin mehr kann, als nur gut kämpfen. Er ist auch ein verständiger, fürsorglicher Begleiter. Für aufkeimende Gefühle indes ist gar keine Zeit. Sir Godfrey nämlich, der neue Schatzmeister, ist heimlicher Verbündeter des französischen Königs. Und der will nicht weniger, als das britische Eiland seinem Reich einverleiben ... Fairerweise hätte der Film "Robin Hood - The Becoming of a legend" heißen müssen. Der Titel "Robin Hood" ist über die Kino-Jahrzehnte so sehr mit der grüngewandeter-Edel-Recke-im-Wald-raubt-Reiche-beschenkt-Arme-ärgert-Scheriff-von-Nottingham-und-freit-Maid-Marion-Story verwoben, dass ein Film, der eine andere Geschichte erzählt, es ohne Vorrede schwer hat, die Erwartungen des Kinogängers zu erfüllen. Das wird nicht dadurch entschärft, dass Sir Ridley Scott zum Filmstart allerorten behauptet, er erzähle nun erstmals die wahre Geschichte des Mannes mit dem Flitzebogen; wo doch gleichzeitig Historiker und Wissenschaftler höchst unterschiedliche Interpretationen des Mythos parat haben - von "den gab es gar nicht" über "der hat vor allem für sich und seine Mörderbande geraubt" bis zu auch bei Shakespeare-Biografen beliebten Multiple-Persönlichkeit-Theorie à la "da wurden verschiedene halbwahre Legenden über die Jahrhunderte von Minnesängern zu einer Person gemendelt".
Der böse King John sieht aus, wie ein Klon von Joaquin Phoenix als "Commodus" - King John ist zwar ebenso verschlagen, wie der Römer, sein Darsteller Oscar Isaac bleibt im Vergleich zu Phoenix aber blass. Ebenfalls rätselhaft sind die Landungsboote, mit denen die Franzosen die englische Küste erstürmen wollen. Die sehen aus, wie die US-Boote am Omaha Beach bei der Invasion in Frankreich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, nur aus Holz. Gab es die? Sahen die so aus? In Robin Hoods Tagen! Ridley Scott hat genug Erfahrung, um zu wissen, wie man große Gefühle auf und vor der Leinwand erzeugt und folgerichtig ist sein "Robin Hood" ein kraftvoller Film geworden, der Spaß macht.. Wertung: 5 von 7 €uro Die Filme von Ridley Scott |