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InhaltNew Jersey 1941. Rafe McCawley und Danny Walker sind von Kindheitstagen an die besten Freunde. Wie Brüder zusammen aufgewachsen, war schon immer das Fliegen ihre große gemeinsame Leidenschaft. Inzwischen sind sie waghalsige junge Piloten im U.S. Army Air Corps, als eine eigenmächtige Entscheidung Rafes ihre Freundschaft auf die Probe stellt. Rafe hat sich als Freiwilliger zum "Eagle Squadron" gemeldet, einer Gruppe amerikanischer, schwedischer und kanadischer Soldaten, die auf Seiten der Engländer kämpft. Rafe lässt nicht nur seinen besten Freund zurück, sondern auch seine große Liebe Evelyn, eine mutige junge Krankenschwester, die er im Militärkrankenhaus kennenlernte. Während Rafe in England sein Leben aufs Spiel setzt, werden Evelyn und Danny nach Pearl Harbor auf Hawaii versetzt. Das paradiesische Leben hat ein jähes Ende, als im Pazifik die Nachricht eintrifft, Rafe sei im Krieg gefallen. Monatelang können Danny und Evelyn ihren Kummer über den Tod des geliebten Freundes kaum verwinden. Über den gegenseitigen Trost kommen sich die beiden näher und verlieben sich schließlich ineinander. Doch Rafe ist nicht tot --er steht plötzlich vor Evelyn. Doch ehe sich Gelegenheit bietet, einen Ausweg aus der Situation zu finden, wird ihr privates Schicksal durch den Angriff Japans auf die in Pearl Harbor stationierten Streitkräfte der USA in den Hintergrund gedrängt: Für die beiden Freunde geht es nicht mehr nur um die Liebe ihres Lebens, sondern um Leben und Tod ... Was zu sagen wäreEine verzweifelte Liebesgeschichte vor dramatischem, historischem Hintergrund ... geschickt haben die Produzenten mit Hilfe gewogener Medien den Bezug zum Erfolgsfilm Titanic geknüpft. Blöd nur: Der Stützpunkt Pearl Harbor versinkt nicht im Meer; zieht seinen Protagonisten nicht den Boden unter den Füßen weg, und mit Krieg hat er auch nichts zu tun!
Produzent Bruckheimer hat noch nie Wert gelegt auf detailierte Charakterzeichnungen. Es stellt sich dem Zuschauer hier lediglich die Frage, wer von den beiden Boys wohl sterben wird, damit die Liebe wieder rein sein darf. Das ist etwas ärgerlich, aber bei einem 135-Millionen-Dollar-Budget dann vielleicht auch nicht zu vermeiden - es sei denn, man ist James Cameron. Regisseur Michael Bay zeigt mit "Pearl Harbor", dass er nicht über den langen Atem verfügt, den so ein Epos verlangt. Nachdem er als Werbeclip-Filmer alle wichtigen Preise (Goldener und Silberner Löwe etc.) gewonnen hatte, hießen seine großen Erfolge im Kino "Bad Boys - Harte Jungs" oder "The Rock". Harte Action mit cooloen Dialogzeilen und Pyrotechnik sind sein Gebiet. Ben Affleck, auf dessen Schultern die rund 150 Millionen Dollar Produktionskosten ruhen, scheitert, was aber nicht nur an seinem mangelnden schauspielerischen Talent liegt, sondern auch an der Clip-Atmosphäre, in der Regisseur Bay sein Werk versenkt - immerhin: die feuchten Augen Afflecks in der Großaufnahme haben Poster-Potenzial fürs Kinderzimmer. Kate Beckinsale - vor allem in dieser absurden Szene im glänzend roten Kleid auf dem Flugfeld - ist ein Traum und Josh Hartnett der Newcomer der Saison. Die meisten der männlichen Darsteller mussten erst einmal ein Trainingscamp absolvieren. Ben Affleck: "Ich dachte, wir lernen salutieren und so was. Aber dann war es eher so, wie der Anfang von 'Full Metal Jacket'. Und ich habe die erste Pinkelrinne meines Lebens geschrubbt." Die monatelangen Dreharbeiten in Texas, im mexikanischen "Titanic"-Studio und an Originalschauplätzen auf Hawaii verliefen ohne größere Zwischenfälle. Ein Stuntpilot brach sich bei einer Bruchlandung allerdings ein Handgelenk. Jerry Bruckheimer, Produzent, bekannt für großes Krawumm-Kino ("The Rock", "Con Air", "Armageddon") entgegnet Kritikern, die seinem Film wahlweise Verharmlosung oder Verherrlichung der Pearl-Harbor-Historie vorwerfen: "Es ist kein Dokumentarfilm und wird nie auf dem History-Channel laufen." Wertung: 5 von 6 €uro |