Film

Buch Ich Links Mail
Filmauswahl

0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Zurück zur Homepage

Filminfo:
N:
Nicht auflegen

Plakat Nicht auflegen

eine Telefonzelle in Manhattan
liefert Kino auf der
Höhe der hysterischen Zeit

Titel Nicht auflegen
(Phone Booth)
Drehbuch Larry Cohen
Regie Joel Schumacher, USA 2002
Darsteller Colin Farrell, Forest Whitaker, Katie Holmes, Radha Mitchell, Kiefer Sutherland u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 83 Minuten

Inhalt

Stu Shepard ist ein Arschloch. Der PR-Manager im schicken Designeranzug hetzt mit Handy am Ohr und unbezahltem Assistenten im Nacken durch die Straßen Manhattans und pokert über zwei Leitungen gleichzeitig mit Kunden und Redakteuren. Er lügt, er droht, er schmeichelt, er scherzt, und zwischendrin findet er sogar ein paar charmante Worte für seine Ehefrau Kelly.

Ruhe sucht er in der letzten abschließbaren Telefonzelle auf der 53. Straße. Von hier aus ruft er Pamela an, eine junge Schauspielerin, mit der er seine Frau betrügt.

Als Stu die Telefonzelle wieder verlassen will, klingelt es. Instinktiv nimmt er den Hörer ab und gerät in eine höllische Falle. Der unbekannte Anrufer ist ein Scharfschütze und Serienkiller. Aus irgendeinem Hochhausfenster hat er sein Präzisionsgewehr auf ihn gerichtet.

Er weiß alles über Stu; er will, dass Stu seine Sünden bekennt. Seine Botschaft lautet: Wenn du den Hörer auflegst, bist du ein toter Mann.

Was der Mann will, bleibt unklar. Und bald trommeln einige hysterische Nutten an die Zelle, die wollen, dass Stu sich sofort verpisst - schließlich brauchen sie die Zelle zum stündlichen Broterwerb. Schließlich mischt sich auch noch der Zuhälter ein. Der ist schnell tot. Erschossen vom Scharfschützen am Telefon.

Zehn Minuten später hat die Polizei die Straße abgeriegelt und richtet mehrere Waffen auf Stu, weil sie ihn für den Mörder des Zuhälters halten. Wenn Stu nur was sagen dürfte. Aber für diesen Dall hat der Unbekannte noch ein paar Kugel im Präzisionsgewehr


Was zu sagen wäre

Eine Telefonzelle, ein Straßenzug in Manhattan, ein immer noch hungriger und dadurch voll engagierter Schauspieler, prominente supporting actors. Das reicht, um einen spannenden Film zu machen - wenn nur das Drehbuch stimmt.

Joel Schumacher liefert einen kalten MTV-Style-Blick auf den hysterisch gewordenen Alltag, der nur noch den Regeln des Wahnsinns folgt - und stets live on TV. Die Handlungskette ist zwingend logisch und schnell. Colin Farrell ist der perfekte Yuppie, der es nach oben wohl nicht mehr schaffen wird, um sein Leben in dieser Zelle kämpft und bereit ist, dafür alle Hüllen fallen zu lassen.

In diesem Moment wird es dann ein wenig melodramatisch und man möchte die Nase rümpfen. Bis einem Michel Friedman einfällt, der im Visier der Scharfschützen von den Medien den großen "Es-tut-mir-alles-so-leid-und-ich-habe-auch-ganz-viele-Fehler-gemacht-hoffe-aber-dass-Sie-mir-eine-zweite-Chance-geben-mögen-und-dass-meine-Freundin-mir-verzeiht"-Kanon anstimmte.

Da ist dann Stuart Shepards Bußgesang live von den Medien übertragen irgendwie schon wieder hausbacken.

"Phone Booth" ist ein böser, ein schmutziger kleiner Thriller, der von einer schmutzigen kleinen Idee ausgeht und nicht dem Wahn verfällt, mehr zu wollen, als die Spannung zu halten.

Und als Forest Whitaker als leitender Captain aus dem Polizeiwagen steigt, wissen wir, "Alles wird gut!"...

Wertung: 6 von 6 €uro