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Network

Plakat Network

Dunkel, zynisch, gnadenlos
ein zeitloser Klassiker

Titel Network
Drehbuch Paddy Chayefsky
Regie Sidney Lumet, USA 1976
Darsteller Peter Finch, Faye Dunaway, William Holden, Robert Duvall, Wesley Add, Ned Beatty, Beatrice Straight: u.a.
Genre Drama
Filmlänge 121 Minuten

Inhalt

Die Quote sinkt und mit ihnen sein Ansehen in der Programmdirektion. Howard Beal, einst Vorzeigejournalist und verlässlicher Anchorman der Nachrichten von UBS soll in den Ruhestand geschickt werden. Politische Nachrichten, Einordnungen, das wolle heutzutage keiner mehr sehen und auch Nachrichten müssten sich rechnen, sagt man ihm.

Daraufhin kündigt Howard Beal vor laufender Kamera an, sich in seiner nächsten Sendung - live - zu erschießen.

Das elektrisiert die Öffentlichkeit, die Zeitungen bringen Titelstories, UBS ist plötzlich wieder ganz vorne - dank Howard Beale; der dann gar nicht dazu kommt, sich zu erschießen. Statt dessen verabschieded sich Beale von seinen Zuschauern, indem er zum ersten Mal ungeschminkt seine Meinung zum aktuellen Tagesgeschehen hinrotzt. Die Programmdirektion ist entsetzt, die Zuschauer begeistert - "endlich ist mal einer ehrlich" - daraufhin die Programmdirektion mächtig stolz auf ihren neuesten Quotenbringer. Flugs bekommt Beale eine eigene Sendung, in der er mal so richtig vom Leder ziehen soll. Zunehmend wird Freunden und Wohlwollenden zwar deutlich, dass Beale krank ist und eigentlich vor sich selbst geschützt gehört, aber sein bester Freund, Noch-Programmchef Max Schumacher dringt schon nicht mehr zu ihm durch - ist zudem auch abgelenkt von seiner ebenso schneidigen wie libidonösen Nachfolgerin Diana Christensen, mit der eine Affäre anfängt.

Beales Show, in der er als Fernseh-Prophet auftritt, ist sehr erfolgreich und erreicht zunehmend mehr Menschen und findet zahlreiche zahnlose Nachahmer bei den anderen Networks. Als Beale sein Publikum aufruft, die Übernahme des Senders UBS durch eine arabische Investorengruppe zu verhindern und Telegramme an das Weiße Haus zu schreiben, überschreitet er eine Grenze. Senderchef Arthur Jensen schaltet sich ein und eröffnet Beale in markigen Worten seine Philosophie des globalen Kapitalismus. Diese soll Beale fortan in seiner Sendung verkünden. Beale, mittlerweile völlig der Realität entrückt, glaubt, er habe das Antlitz Gottes gesehen. Als Folge des Gesinnungswandels Beales sinken die Einschaltquoten ..,

Währenddessen hat Diana Christensen eine Sendung ins Leben gerufen, die Live-Mitschnitte von Verbrechen einer Terroristengruppe zeigt, denen der Sender Geld zahlt ...


Was zu sagen wäre

DVD-Cover Network"Network" ist bis dato der größte medienkritische Kinofilm aller Zeiten. Alles, was Paddy Chayefsky und Sidney Lumet hier ansprechen, ist heute, wir schreiben das Jahr 2001, - das Jahr 35 nach "Network" - noch genauso aktuell, wie damals; was das daran eigentlich Erschreckende ist. Gleichzeitig macht dieser Umstand deutlich, wie präzise Drehbuchautor und Regisseur gearbeitet haben.

Der Film entstand im Jahr, bevor Star Wars das Kino nachhaltig veränderte. Damals war Hollywood auf der Suche nach sich und nach neuen Wegen. Es gab Katastrophenfilme wie "Flammendes Inferno" oder "Erdbeben",es gab die Ausläufer des schon nicht mehr so neuen New Hollywood. Da wirkte Network auf den ersten Blick, wie eine weitere Versammlung alter Schauspieler vor der Kamera - so wie in den "Airport"-Filmen. Statt dessen präsentierte die Filmindustrie eine Glanzstunde. "Network" ist perfekt in jeder Hinsicht. Das Drehbuch durchdacht, die Regie einfühlsam mit Gespür für Timing, die Schauspieler Güteklasse A. Peter Finch, der den durchgeknallten Howard Beale spielte starb kurz nach Drehschluss und wurde postum mit dem OSCAR als Bester Hauptdasreteller ausgezeichnet, Faye Dunaway als Beste Hauptdarstellerin. Beatrice Straight als von Max Schumacher kurzfristig verlassene Langzeit-Ehefrau wurde Beste Nebendarstellerin und hält mit nur sechs Filmminuten den Rekord für den kürzesten Auftritt mit Oscarauszeichnung. Des Weiteren gab es eine Auszeichnung als Bestes Originaldrehbuch. Nominierungen gab es für William Holden als Besten Hauptdarsteller und Ned Beatty als Besten Nebendarsteller sowie in den Kategorien Beste Kamera, Regie, Schnitt und Bester Film.

Sidney Lumet, Peter Finch, Faye Dunaway und der Drehbuchautor Paddy Chayefsky gewannen 1977 den Golden Globe Award. Eine weitere Nominierung für den Golden Globe erhielt der Film als Bester Film - Drama. Das American Film Institute wählte den Film 1998 in die Liste der 100 besten Filme aller Zeiten (auf Platz 66). In der gleichnamigen Liste des Jahres 2007 verbessert sich der Film auf Platz 64.

Wertung: 6 von 5 €uro