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InhaltDas ist die Chance. Becky Fuller, gerade wegen Sparmaßnahmen bei einem Lokalsender in New Jersey entlassen, soll als Produzentin die abgehalfterte Morning Show des Networks IBS betreuen. Sie macht zwar beim Vorstellungsgespräch eine eher unbeholfene Figur, aber weil der Job bei Daybreak "unterbesetzt, unterfinanziert" ist und einen Producer nach dem anderen in Flucht schlägt, bekommt sie die Stelle. Und feuert gleich mal erst einmal den gockelhaften männlichen Ko-Moderator, dem sein Zahnpasta-Lächeln wichtiger ist, als die Inhalte, die er transportieren soll. Als Ersatz gelingt es ihr, den renommierten Nachrichtenjournalisten Mike Pomeroy zu verpflichten - Betonung auf pflichten. Der will nämlich nicht, hält das Daybreak-Format für unter seiner Würde - er hat Dick Cheney interviewt, war in Afghanistan und als erster Reporter am Ground Zero, hält er Becky vor, da werde er jetzt doch keine Kochrezepte und Darmspiegelungen moderieren. Das ist ein teil des Problems Pomeroy. Das andere lautet Colleen Peck, Hauptmoderatorin der Show, ehemalige Schönheitskönigin - beide bleiben in inniger Abneigung einander fremd. Der Quotendruck ist enorm. Becky bekommt von Programmchef Jerry Barnes ein Ultimatum. Wenn nicht bis zum Tag X die Quoten auf Punkt Y gestiegen sind, nimmt das Network Daybreak aus dem Programm. Becky gelingt die Wende zum Besseren. Wenn jetzt nur Pomeroy endlich aufhören würde, rumzuzicken ... Was zu sagen wäre
Die ständig unter Hochdruck agierende, mit großen Kugelaugen zwischen den Big Playern Harrison Ford und Diane Keaton vermittelnde, dabei ihr Liebesleben ordnende und die Zuschauerquote fürchtende Producerin ist emotionales Zentrum des Film. Eine großartige One-Woman-Show. Daneben spielt Harrison Ford mit Lust und Laune, ganz offenbar angesteckt von McAdam's Spielfreude. Diane Keaton als zynische Ewig-Moderatorin, die irgendwann aufwacht, kann gut mithalten. Und: Schön, Jeff Goldblum in der Rolle des Programmchefs wiederzusehen. Deer energiegelandene Film diskutiert die alte Frage, was das Fernsehen bringen soll: "Kochrezepte" und "Darmspiegelungen" oder "Steuerpolitik" und "Korruption im Ministerium". Und meistens kämpfen die Helden für den hehren Journalismus. Im vorliegenden Fall kämpft Harrison Ford in seiner Nebenrolle einen einsamen Kampf. Der Rachel McAdams-Charakter Becky ist da ganz auf der Höhe der Zeit. Als Pomeroy an einer Stelle das Wort "Steueropolitik" in den Mund nimmt, stöhnt Becky "Oh Gott! Das will niemand mehr hören". Dabei ist Becky eben keine zynische Quoten-Nutte. Im Gegenteil: Sie ist eine positiv denkende Mitzwanzigerin, aufgewachsen in liberalem Elternhaus und ausgestattet mit dem Willen zum Erfolg. Und Kochrezepte sind nun mal erfolgreicher als Steuerpolitik. Die Auseinandersetzungen um das hehre Programm wurden längst geschlagen. Der größte aller Medienfilme bleibt Sidney Lumets desillusionierter, zynischer, OSCAR-gekrönter Klassiker Network, der schon 1976 TV-Grausamkeiten diskutiert hat, die RTL & Co. in Deutschland in den 1990er Jahren nach und nach nach Deutschland importiert haben. Wertung: 6 von 7 €uro |