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InhaltJune Havens - blond und hübsch, Typ chaotisch-liebenswerte Nervensäge. Sie reist zur Hochzeit ihrer Schwester. Am Flughafen stolpert sie in Roy Miller - arrogant mit Charm, Zahnpastalächeln, geheimnisvoll. Man tauscht Freundlichkeiten. Nur um ein paar Minuten später wieder ineinanderzustolpern. Endlich im Flugzeug macht sich June gerade auf der Bordtoilette frisch, als Roy schon alle Passagiere an Bord - es sind interessanterweise nur acht oder neun - getötet hat, nachdem die sich als auf ihn angesetzte Killer entpuppt haben. Auch die Flugbegleiter und die Piloten wollten Roy töten. Jetzt leben die auch nicht mehr und June, die sich mittlerweile genug frisch gemacht hat, fragt sich großäugig kreischend, was das denn jetzt sei und wer denn jetzt das Flugzeug landen solle. Roy natürlich. Roy behauptet später, er sei ein Geheimagent der Regierung, der einen Chip sichern soll. Es geht im Großen und Ganzen um internationale, natürlich illegale, Waffengeschäfte. Seine Jäger behaupten später, Roy sei ein abtrünniger Agent der Regierung, ein Verräter, und man selber, die Jäger also, seien die "guten" Agenten, während Roy sein Land gerade an den Abgrund treibe. Während diese Diskussionen hin und her wogen, befinden sich June und Roy auf der Flucht - im Flugzeug, im Diner, im Auto, auf dem Motorrad. Die Kugeln fliegen enger und June lernt sich schnell ein in die Disziplinen "Kleinkaliber" und "Maschinenpistole". Stellt sich nur noch die Frage, wer nun eigentlich wer ist und warum das alles. Aber das erklärt sich dann ...
Was zu sagen wäre"Knight & Day" ist der erste von vier Filmen, die den Action-Kinosommer 2010 füllen. Dieser Sommer war ein Sommer der Rückbesinnung auf das Kino der 1980er Jahre. Vier High-Potentials buhlten um den Kinozuschauer, die ordentlich Augenfutter - schöne Menschen, gewaltige Explosionen, kräftige Autos - versprachen, ohne das durch Unnötiges wie eine Handlung stören zu wollen. Was "Lethal weapon - Brennpunkt L.A:" Ende der 80er war, ist heute A-Team. Stirb Langsam heißt heute "Knight and Day" und was Angelina Jolie im Sommer 2010 in Salt ist, war damals Arnold Schwarzenegger in "Raw Deal" (Der City Hai, 1986). Freundlicherweise hat Sylvester Stallone für diesen Sommer seine Action-Konkurrenten von einst zusammengetrommelt, um mit "The Expendables" einen schlichten, geraden Action-Film zu drehen, wie man das früher gemacht hat. Früher, in den 80ern, als die Muskeln eines Mannes noch was zäühlten in der Actionwelt. Die Handlung in "Knight and Day" ist ganz und gar zu vernachlässigen. James Mangold hat sich einen MacGuffin ausgedacht, der klein genug ist, um überall gut versteckt werden zu können und dabei sehr leicht zu verlieren ist. Um dieses Döschen-mit-Chip lässt er seine SFX-Crew und seine Stuntleute ein schön anzusehendes Feuerwerk abfeuern. Da geht es längst nicht mehr um die reine Größe einer Spektakelszene - wer den Trailer des Films gesehen hatte, konnte etwa die Hälfte des Films ohne weitere Hilfe erzählen, hatte die wichtigsten Schauwerte gesehen und konnte den Rest ziemlich zielsicher erraten - es geht um die möglichst smarte Aneinanderreihung solcher Spektakelszenen. Der Regisseur fungiert beim Aufbau des Grundgerüstes solcher Filme nur noch als Taktgeber. Er selbst kann sich auf seine Stars konzentrieren. Das ist ganz gut, denn James Mangold ist in erster Linie kein Action-Mann. Er guckt sich aber gerne Paare mit Gegensätzen in abenteuerlicher Umgebung an. In "Copland" 1997 waren das Robert DeNiro und Sylvester Stallone, in "Durchgeknallt" zwei Jahre später Winona Ryder und Angelina Jolie, in "Walk the Line" 2005 River Phoenix als Johnny Cash und Reese Witherspoon als June Carter und in dem Western "Todeszug nach Yuma" schließlich waren's 2007 Russel Crowe und Christian Bale. Seine Schauspieler danken ihm diese hohe Aufmerksamkeit mit guter Laune und Klasseleistung. Tom Cruise ist hingebungsvoll charmant, sein Lächeln könte kein Computer besser designen. Cameron Diaz ist süß. Das ist ihre Aufgabe in diesem Film und das Fach beherrscht sie perfekt. Im vorliegenden Fall fügt sie ihrem Zucki-Schnuti-Image die Beherrschung diverser Schusswaffen sowie das behende Wechseln der Sitzposition auf einem durch enge Gassen rasenden Motorrad hinzu. Wie ging der Film noch aus? Egal. Vergessen. Aber die Stiere-jagen-Motorrad-Szene war schick und es gab so ein zwei Verfolgungsjagden, die an die Qualität von John Frankenheimers Ronin heranreichen. Wertung: 4 von 7 €uro |