|
||||||||||||||||
InhaltEin Stück Wüste. Irgendwo bei El Paso, Texas. Bill trifft seinen Bruder Budd. Informiert ihn, dass die Braut unterwegs sei, ob er, Budd, etwas gehört habe. Nein, schüttelt der Verständnis für die Killerin tragend, den Kopf. Ein paar Stunden später ist Budd seinen Job los, weil er wieder mal zu spät war. Dafür liegt die Braut vor ihm. Budd hat ihr eine Ladung verpasst. Und dann begraben. Neun Fuß tief. Den Sarg hat er zugenagelt. Und dann ordentlich Erde drauf. Dann hat er Elle angerufen (die mit der Augenklappe). Er habe ein Schwert für sie. Ein echtes Hatori Hanzo. Eine Million will er haben. Elle stimmt zu. Wieder ein paar Stunden später. Aber immer noch in dem Stück Wüste. Irgendwo bei El Paso, Texas. Elle kommt, um das Schwert abzuholen. Im roten Koffer die Million. Im intakten Auge die gebührende Bewunderung, die Braut "unter die Erde" gebracht zu haben. Dabei hat die Braut sich längst befreit. Was die beiden Arschlöcher irgendwo bei El Paso nicht ahnen. Aber sehr bald und - zum Teil jedenfalls - sehr schmerzhaft, resp. tödlich erfahren werden. Und natürlich steht die Braut irgendwann IHM gegenüber. Bill...! Der hat sie nicht nur erwartet. Der hat auch eine Überraschung für die Braut... die zu diesem Zeitpunkt dann doch endlich auf einen Namen hört...
Was zu sagen wäre
"Hast Du das Schwert noch?" Was für ein Film. Was für ein Soundtrack. Was für eine Story. Was für eine Uma Thurman. Quentin Tarantino nutzt Vol. 2, um seine "Alles-so-viel-Blut-hier"-Kritiker zu beschämen. Statt wieder Rot zu sehen, hören wir die ein wenig vermissten Tarantino-Film-Dialoge, die in Szenen, in denen der durchschnittlich begabte Kinogänger bereits ahnt, was kommt, erstens ordentlich Folter aufbauen, um dann zweitens zwar zu befriedigen, aber anders. Einzig das inszenierte (weil lange immer wieder auffällig ausgepiepste) Rätsel um IHREN Namen ist überflüssig. Aber, bitte, warum nölen? Dafür gibt es diese Szene, wo sich der erfahrene Kinogänger fragt, ob der Typ da im Hintergrund, der so einen auffällig unauffälligen Auftritt hat, nicht irgendein Megastar ist, der es cool findet, in einem Tarantino-Movie dabei zu sein. Und im Abspann liest man dann " ... Samuel L. Jackson". Da ist der ausgepiepste Namen längst vergessen.
Wenn man das aufgedimmte Dunkel des Saals verlässt, noch völlig im Be-cool-it's-a-Quentin-Movie-Feeling, denkt man an all die blöden C-Blondies, die den verrückten Typen aus der Videothek namens Quentin, der den ganzen Tag nur Filme glotzte, wahrscheinlich mal sitzen ließen, weil sie auf diesen Versager sicher nicht reinfallen wollten und wie sie nun beim Friseur lesen müssen, dass dieser verrückte Quentin die heißeste Schnitte rund um Hollywood wurde. Nein, mit einer Lebensrealität haben diese Filme sicher nichts zu tun. Sie an solcher zu messen, ist vollkommener Unsinn. Tarantinos Kino kommt aus dem Kino, das das Leben imitiert. Tarantino ist zuständig für die Filme, die sich aus Filmen speisen, aus deren Bildsprache, deren Dramaturgie, deren Musik. Diese Filme sind deshalb so großartig, weil sie ohne rot zu werden tun dürfen, was sich kein Regisseur, der ernst genommen werden möchte, traut. Einfach die Inszenierung des Gefühls als das Gefühl präsentieren. Wie Kinder halt so sind. Irgendwann werden sie dann leider erwachsen. Die Schauspieler: Uma Thurman ist ganz großartig. Ein Gesicht voll Leid, Trauer, Hass und cooler Entschlossenheit. Zum endgültigen Showdown fährt sie im babyblauen Carman Ghia vor! Die KillBillVolumes Wertung: 6 von 6 €uro |