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InhaltDas New Yorker Partygirl Holly Golightly führt ein Leben voller Extreme: gefrühstückt wird in Abendrobe vor dem Schaufenster des Nobel-Juweliers Tiffany, geschlafen bis zum frühen Nachmittag. Die Nächte sind lang, die Partys schrill, die Begleiter zahlreich und von den Herren nimmt man schon mal fünfzig Dollar "für die Toilette". Für den jungen ambitionierten Schriftsteller Paul Varjak ist die schillernde Holly zunächst ein faszinierendes Studienobjekt; als er sie jedoch näher kennen lernt, fühlt er sich mehr und mehr zu ihr hingezogen. Auch Holly fühlt sich in Varjaks Nähe wohl, und so beginnt sich zwischen beiden eine enge Freundschaft zu entwickeln. Tiefere Gefühle gegenüber Varjak gestattet sich Holly jedoch nicht, denn sie verfolgt ein größeres Ziel: sie will sich unbedingt reich verheiraten. Der von ihr bevorzugte Kandidat, ein politisch einflussreicher brasilianischer Großgrundbesitzer, macht ihr schließlich einen Heiratsantrag, und Holly beginnt, ihre Zelte in New York abzubrechen. Bevor sie jedoch ihren Plan in die Tat umsetzen kann, holt die Vergangenheit sie ein. Eines Tages steht ihr ältlicher Ex-Ehemann aus der Provinz vor der Tür und will sie zurück holen. Varjak erfährt Hollys Geschichte: sie heißt in Wirklichkeit Lulla Mae Barnes, kommt aus sozial schwachen Verhältnissen und wurde bereits mit vierzehn Jahren verheiratet, um für die Kinder des Witwers zu sorgen. Als Holly und Paul nach einem Tag voller bunter Erlebnisse nach Hause zurückkommen, fallen plötzlich die Masken; nichts ist mehr, wie es war. Für einen leidenschaftlichen Augenblick lang erkennen beide, dass sie einander lieben - so, wie sie sind. Als Holly bald danach jedoch die Nachricht vom Tod ihres Bruders Fred erhält, glaubt sie, für ihre Liebe zu Paul bestraft worden zu sein. Sie erleidet einen Nervenzusammenbruch und bricht danach ihre Beziehung zu ihm ab. Hartnäckig verfolgt sie weiterhin ihre Heiratspläne und trifft die letzten Vorbereitungen für ihre Abreise. An ihrem letzten Tag in New York bittet sie Paul um ein Abschiedstreffen. Wehmütig durchstreifen beide die Stadt. Bei ihrer Rückkehr in ihr Apartment wird Holly verhaftet: man sagt ihr Beziehungen zu einem stadtbekannten Gangsterboss nach (welchen sie tatsächlich auch gegen Bezahlung jeden Donnerstag im New Yorker Gefängnis Sing Sing besuchte). Eine Heirat kommt für den Brasilianer aufgrund seiner öffentlichen Ämter nun nicht mehr in Frage; er löst die Verlobung. Paul gelingt es, Holly mithilfe eines ihrer ehemaligen Gönner freizubekommen. Trotzdem will sie nach Südamerika reisen, um dort ein neues Leben zu beginnen. Als sie, restlos verunsichert, ihre geliebte Katze aus dem Auto in den Regen jagt, verliert Paul die Fassung. Er führt ihr vor Augen, dass sie in Wirklichkeit nur auf der Flucht vor ihrer Lebensangst ist...
Was zu sagen wäre
Nachdem ich im Oktober 2009 endlich mal die Buchvorlage gelsen habe, bin ich über die Änderungen überrascht. Klar: Paul Varjak wird ein dreidimensionaler Charakter. Im Buch der namenlose Ich-Erzähler, wird daraus im Film Paul (George Peppard), ein aufstrebender Autor, dem eine Gönnerin an die Seite gestellt wird. Das gibt der Figur Tiefe. Audrey Hepburn als Holly ist toll. Ich habe sie als Diamanten-Abendrobe-Lady abgespeichert. Dabei spielte sie ja häufig das einfache Mädchen ("My fair lady", "Funny face"). So auch hier. Allerdings ist die deutsche Synchronstimme ganz auf das Image der edel-adligen-mondänen-hochdeutsch-Frau ausgelegt. Die Original-Sprech-Audrey ist in diesem speziellen Fall viel näher bei der Figur. Was stört, ist die Lovestory, die dem Film aufgepfropft wird. Das Happy End zeugt von Respektlosigkeit der Vorlage gegenüber, die dieses in dieser Form auch nicht kennt. Der melodramatische Kuss im Regen ist nicht mehr als eben die Mutter aller Küsse im Regen. Aber wer will glauben, dass sich der doch eher einfach gestrickte Paul zu diesem Glamour-Schmetterling in Liebe entbrennt? Oder sie, die ihre 50-Dollar-Gönner liebt, in diesen gut gebauten, aber schlichten und noch wenig erfolgreichen Autor? Wie einfach so ein entscheidender Twist in der Story zu bauen ist, wird daran deutlich, dass alle Szenen aus dem Buch auch im Film sind, Dialoge teils wörtlich übernommen wurden. Die Szenen tauchen im Film aber woanders auf und schwupps gibts am Ende Küsse im Regen. Hinzugekommen ist eine Szene in Sing Sing, weil die im Buch offensichtliche Mafiaverstrickung im Film sonst so ein wenig untergeht und der ausgebaute (oben schon erwähnte) Mr. Yunioshi. Die Rückblende, in der die Geschichte im Buch erzählt wird, fällt auch weg, was bei dem abgeänderten, massenkinotauglichen Filmende aber nur logisch ist. Die Buchvorlage Frühstück bei Tiffany Wertung: 10 von 11 Mark |