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InhaltAls die Loskis Mitte der 1950er Jahre in das Haus gegenüber der Familie Baker ziehen, verliebt sich die Zweitklässlerin Juli Baker in ihren gleichaltrigen neuen Nachbarn Bryce Loski. Bruce hingegen versucht alles, diese ausgesprochen lebhafte und direkte Nachbarin auf Distanz zu halten. Fünf Jahre geht das so. Um sich Juli fern zu halten, nimmt Bryce sogar Dates mit Sherry Stalls in Kauf - die ist zwar atemberaubend hübsch blond, redet aber ununetrbrochen von Kosmetik, Kleidchen und ähnlichem Schmu. Als sie auch noch gesteckt bekommt, dass Bryce ihr nur zuhört, um Juli eins auszuwischen, wischt sie ihm eine und ist weg. Sehr zur Freude von Juli. Juli ist unterdessen einem anderen Loski ins Auge gesprungen: Bryce' Großvater Chet hatte in der Zeitung gelesen, wie Juli versucht hat, eine Platane in der Nachbarschaft zu retten und jetzt sieht er sie in ihrem kargen Vorgarten werkeln. Er freundet sich mit ihr an, hilft im Garten. Durch diese Ereignisse beginnt sich auch Bryce langsam für Juli zu interessieren. Doch nachdem Juli mithören kann, wie Bryce sich mit anderen Jungs über ihren behinderten Onkel Daniel lustig macht, will sie nichts mehr von Bryce wissen und fragt sich, ob nicht vielleicht doch weniger hinter diesen strahlend schönen Augen ist, als zu vermuten war. Im Anschluss an eine Schulveranstaltung, bei der Bryce nicht aufhören kann, an Juli zu denken, will er sie unbeholfen und ohne Vorwarnung küssen ...
Was zu sagen wäreNein, diesen deutschen Titel hat Rob Reines Kindheitsromanze wahrlich nicht verdient. "Ausgeflippt" ist hier niemand. Verliebt schon, ein bisschen jedenfalls. So wie Teenager bei der ersten schüchternen Verklnalltseinswallung. Das "Flipped" des Originaltitels bezieht sich eher auf die wechselnden Erzählperspektiven, wenn erst ER, anschließend SIE aus dem Off kommentieren, wie's gewesen ist, sowie auf die Schwankungen in den Gefühlen der der beiden Teenager füreinander. Rob Reiner ("Harry & Sally", An Deiner Seite, "Das Beste kommt zum Schluss") lässt keine Zweifel aufkommen. Nach wenigen Minuten ist die Marschrichtung klar: Mit Kandis-schweren Zuckerfingern greift diese Teenage-Lovestory nach dem Zuschauer. Entzieht sich der, ist der Film nach fünf Minuten abgehakt, entlarvt, verlogen. Lässt er sich aber drauf ein, wird er mit dem wunderbar warmen Gefühl belohnt, mit dem man an seine eigene, verklärte Kindheit und Jugend zurückdenkt - an jenes Urvertrauen an die Eltern und das Gute in der Welt; bevor die ersten Risse kamen. Der Film hat's nicht in die deutschen Kinos geschafft. Der deutsche Titel deutet an, warum: Der Verleiher konnte mit der Thematik nichs anfangen, wusste nicht, wie und an wen er den Film verkaufen soll. Das ist auch in der Tat nicht einfach. Rob Reiner, der mit Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers und mit "Sure Thing - Der Volltreffer" zwei eherne Pflöcke im seriösen Teenager-Kino gesetzt hat, erzählt zwar eine Kindergeschichte - die Geschichte einer ersten Liebe - aber er hat eben keinen Kinderfilm gedreht. Im Zentrum steht das universelle Wesen der Liebe - rätselhaft, zurückweisend, anziehend, Albtraum, Traum, Zorn, Enttäuschung, Sehnsucht, Hingebung und was sonst so dazu gehört, wenn jemand frisch verliebt ist. Zwei erwachsene Elternpaare, bei denen die romantische Liebe längst einem dem grauen Alltag geschuldeten Pragmatismus gewichen ist, spielen zentrale Rollen und werden mit 1A-Schauspielkunst geadelt: Rebecca DeMornay, die man eher als Vamp oder irren Killer kennt sowie Penelope Ann Miller, die im Kino der 90er-Jahre das schöne Beiwerk der Helden gab und später in TV-Serien ihre Kunst ausspielen konnte, geben hier zwei wunderbar spießige 1960ies-Mütter - überkandidelt, brav onduliert, grandios unauffällig. Für ca. 14 Millionen US-Dollar produziert und nur in wenigen Kinos gestartet, spielte der Film in den Vereinigten Staaten 1,75 Mio. US-Dollar ein. Gedreht wurde im Sommer 2009 in Ann Arbor. Wertung: 4 von 6 €uro |