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Feuer und Eis

Plakat Feuer und Eis

Eine innovative Idee
geht peinlich schief

Titel Feuer und Eis
(Fire and Ice)
Drehbuch

Ralph Bakshi + Frank Frazetta + Roy Thomas + Gerry Conway

Regie Ralph Bakshi, USA 1983
Darsteller

Randy Norton, Cynthia Leake, Steve Sandor, Sean Hannon, Leo Gordon, William Ostrander, Eileen O'Neill, Elizabeth Lloyd Shaw, Micky Morton, Tamarah Park, Big Yank, Greg Wayne Elam, Jimmy Bridges u.a.

Genre Abenteuer / Trickfilm
Filmlänge 81 Minuten

Inhalt

Die böse Königin Juliana und ihr Sohn Lord Nekron sind die Herrscher über das Eis. Um die Menschen zu unterjochen kämpfen sie mit schwarzer Magie und tödlicher Kälte gegen Jarol, den König des Lichts und des Feuers, der seinen Sitz in der Feuerburg hat.

Aufgrund der Eiszeit, die Lord Nekron über die Erde hat hereinbrechen lassen, und seiner grausamen Armee von Halbmenschen, flüchten die Menschen in die Feuerburg König Jarols. Doch Lord Nekron kämpft mit unfairen Mitteln und lässt dessen Tochter Teegra von König Jarol entführen. Der König schickt seinen Krieger Larn, den Kämpfer Darkwolf und eine Armee aus, um die Prinzessin zu suchen und die letzte große Schlacht der Menschheit zu führen: den Kampf zwischen Feuer und Eis ...

Was zu sagen wäre

Okay, eigentlich stellt sich gleich die Frage, wieso eigentlich dieser allmächtige Herrscher des Feuers den allmächtigen Herrschern des Eises so lächerlich unterlegen ist, am Ende aber plötzlich die Eisdämonen einfach wegschmelzen kann. Aber die Frage ist vielleicht zu intellektuell gedacht.

Gute Idee, ordentlich versemmelt. Ralph Bakshi hat eins Robert Crumbs Comic-Porno-Kater "Fritz, the Cat" als Zeichentrick auf die Leinwand gebracht. Und auch war das Fantasy-Genre immer schon eine spielwiese für Männer, auf der sie dünn bekleidete Amazonen in aussichtslose Schlachten und also an die starke Schulter eines Barbaren schicken konnten. So weit, so verständlich, dass im vorliegenden Werk die weibliche Hauptfigr allermeist auf dem Boden kriecht, eher von der Kamera weg und dabei ein laszives Gesicht macht. Bedauerlicherweise geht über den ganzen SexyHexy-Schnickschnack eine viellicht mögliche Spannung verloren, die aufkommen könnte, wenn es denn eine Story gäbe, der zu folgen wenigstens lohnte.

1978 hatte sich Bakshi an die Verfilmung der ultimativen Fantasy-Sage gemacht: "Der Herr der Ringe" als Zeichentrickfilm. Von der Storyline her erzählte er etwa die ersten eineinhalb Bücher der dreiteiligen Saga, brauchte dafür 132 Minuten und nutzte eine revolutionäre Technik. Bevor er anfing zu zeichnen, filmte er Darsteller in weißen Strampler, dien vor weißer Wand alle Handlungen spielten. Anschließend übermalte er jedes einzelne Frame - das Ergebnis war eine an manchen Stellen erstaunlich realistisch wirkende 3D-Grafik.Der Film indes scheiterte an den Kinokassen kläglich, eine Fortsetzung wurde nie begonnen. Aber mit seiner Zeichentechnik wurde Bakshi sowas wie der Urgroßvater des später im digitalen Filmzeitalter erfolgreich angewendeten "Motion Capture", das James Cameron in Avatar (2009) oder Steven Spielberg für die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn (2011) nutzten. Und wie man J.R.R. Tolkiens Fantasy-Roman richtig verfilmt, zeigte 18 Jahre später Peter Jackson.

Im vorliegenden Feuer und Eis nutzte Bakshi diese Übermal-Technik angeblich wieder - zu sehen ist das nicht. Es bleibt ein zähfließender Fantasy-Allerweltsquatsch, bevölkert von finster dreinblickenden Muskelmännern und glubschäugigen, lutschmäuligen halbnackten Prinzessinnen.

Wertung: 2 von 10 D-Mark