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Die Farbe Lila

Plakat Die Farbe Lila

spielberg wird erwachsen
Die Zuschauer sind sauer

Titel Die Farbe Lila
(The Color Purple)
Drehbuch

Menno Meyjes
nach dem Roman von Alice Walker

Regie Steven Spielberg, USA 1985
Darsteller

Danny Glover, Whoopi Goldberg, Margaret Avery, Oprah Winfrey, Willard E. Pugh, Akosua Busi, Desreta Jackson, Adolph Caesa, Rae Dawn Chon, Dana Ive, Leonard Jackson, Bennet Guillory u.a.

Genre Drama
Filmlänge 154 Minuten

Inhalt

Die US-Südstaaten 1909: die junge Celie wird von ihrem Stiefvater vergewaltigt. Ihre Kinder werden verkauft, sie selbst an einen jähzornigen schwarzen Farmer verschachert, den sie über Jahre nur mit "Mister" ansprechen darf. Der verhasste Ehemann prügelt ihre heißgeliebte Schwester Nettie aus dem Haus, Celie droht, zu zerbrechen, hält sich nur aufrecht durch einen heimlichen Briefkontakt zu Nettie.

Erst Misters Geliebte, die Bluessängerin Shug reißt Celie aus ihrer Lethargie. Sie findet Stärke und Halt, beginnt, ihr Leben vom Kopf auf die Füße zu stellen ...

 

Was zu sagen wäre

Steven Spielbergs erster "ernster" Film - andere nennen das gerne "Spielberg wird erwachsen" - sorgte unter seinen zahllosen Fans für Verwirrung: keine Special Effects, keine rasanten Schneidetischorgien, keine Kindheitsträume, keine Monster ... "Die Farbe Lila" ist eine Literaturverfilmung, die sich mit dem Schicksal der Afroamerikaner nach Ende der Sklaverei befasst.

Die Themen der Romanvorlage, zu denen lesbische Liebe, Inzest und patriarchale Gewalt gehören, brachte Spielberg erstmals auch einem Mainstream-Publikum nahe. Der Film war kommerziell durchaus erfolgreich, sorgte jedoch für heftige Kontroversen. Vor allem männliche Farbige warfen Spielberg Rassismus vor, obwohl die Vorlage der Feministin Walker weitaus kompromissloser und direkter war als der Film.
Andere warfen Spielberg vor, der in den Südstaaten der 20er Jahre spielende Film ließe die Farbigen zu wohlhabend aussehen (und nicht als wie üblich ärmlich gekleidete Opfer der Weißen). Dabei hatte Alice Walker persönlich die historisch korrekte Umsetzung des Films überwacht. Ebenfalls kritisiert wurde hingegen Spielbergs Ansatz, das Liebesverhältnis zwischen Shug und Celie gegenüber der Vorlage herunterzuspielen.

Die Filmkritik nahm den Film positiv auf. Das Lexikon des Internationalen Films etwa hatte "ein gefühlsbetontes, handwerklich hochklassiges Kinomelodram" gesehen, "das die Probleme der Rassen- und Frauendiskriminierung vorwiegend auf der emotionalen Ebene abhandelt. Schauspielerisch bemerkenswert, in der stark schematischen Charakterzeichnung vor allem der farbigen Männer dagegen eher klischeehaft und fragwürdig".

Der Film wurde für elf OSCARS nominiert (Film, Ausstattung, Drehbuch, Hauptdarstellerin, Kamera, Kostüme, Make Up, Musik, 2x Nebendarstellerin). Nicht nominiert wurde der Regisseur.

Am Abend der (58.) OSCAR-Zeremonie wurde der Film in keiner einzigen Kategorie aufgerufen.

Wertung: 10 von 10 D-Mark

Die Filme von Steven Spielberg