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Colossus

Plakat Colossus

Ein Computer rettet die Menschheit
indem er die Macht übernimmt

Titel Colossus
(Colossus: The Forbin Project)
Drehbuch James Bridges
nach dem Roman von D.F. Jones
Regie Joseph Sargent, USA 1970
Darsteller

Eric Braeden, Susan Clark, Gordon Pinsent, William Schallert, Leonid Rostoff, Georg Stanford Brown, Willard Sage, Alex Rodine, Martin E. Brook, Marion Ross u.a.

Genre SciFi-Thriller
Filmlänge 100 Minuten

Inhalt

Die US-Regierung beauftragt Dr. Charles Forbin mit einem wichtigen Projekt zur Landesverteidigung. Der Informatiker soll ein gigantischess Elektronengehirn aufbauen, dass die militärische Verteidigung des Landes koordinieren soll. Der Name des Projekts: Colossus. Sein standort: Das innere eines Berges, wo das system sogar einen Atomschlag überstehen soll.

Kurz nach der Aktivierung stellt Colossus fest, dass es ein weiteres System auf der Erde gibt. Es handelt sich um Guardian, einen unabhängig von Colossus von der UdSSR entwickelten Verteidigungscomputer. Colossus und Guardian vereinigen sich zu einem nicht mehr dirigierbaren Supersystem, das sich mit brutaler atomarer Erpressung die politischen Entscheidungsträger gefügig macht.

Das Colossus-Guardian-Gehirn übernimmt die Weltherrschaft, weil es überzeugt ist, dass der Mensch ohne seine Führung sich selbst und die Erde zerstört. Alle Versuche, den elektronischen Tyrannen auszuschalten, misslingen. Damit ist die Menschheit einer Zukunft ausgesetzt, in der sie, ihrer Freiheit beraubt, in einem furchtbaren Frieden leben muss ...

Filmplakat ColossusWas zu sagen wäre

Als der Film 1970 in die Kinos kam, war die Paranoia des Kalten Krieges im Kino längst dauerthema. Roboter- und Computergeschichten indes waren dem B-Picture vorbehalten, wo diese Geräte im allgemeinen im Weltraum in Aktion traten. Mit Colossus wurden Computer im Kino politische Akteure. Der Filmwar prominenter Vertreter der These, dass die Menschheit sich selbst nur retten kann, wenn sie sich selbst wegsperrt und alle aktive Verantwortung logisch denkenden Mikroprozessoren überträgt.
Ein weiterer prominenter Vertreter dieser These war 1984 James Camerons Terminator.

"Colossus" war ursprünglich (1943) der Name eines in England errichteten Rechners zur Entzifferung deutscher Geheimbotschaften. Mit ihrer Hilfe wurde ab 1943 in Bletchley Park die Entzifferung der deutschen Lorenz-Schlüsselmaschine möglich.
Colossus gilt zwar als der erste speicherprogrammierbare Computer, war jedoch fest an eine bestimmte Aufgabe angepasst und nicht im heutigen Sinn frei programmierbar. Das Gerät wurde unter strengen Geheimhaltungsrichtlinien gebaut, so dass keinerlei Aufzeichnungen oder Handbücher darüber existieren. Alle britischen Colossi wurden 1946 aus Geheimhaltungsgründen demontiert und vernichtet, jedoch überlebte eine US-Variante.

Die Kritik war wenig zugeneigt: Das Lexikon des internationalen Films etwa monierte, "die interessante Vision, die der 1969 gedrehte Science-Fiction-Film enthält, fällt einer sterilen Regie und Darstellung zum Opfer: Spannung stellt sich daher kaum ein." Der "Evangelische Filmbeobachter" stellte 1970 fest, "ein etwas trocken gefilmter, unterhaltsamer Science Fiction-Streifen aus USA. Für Liebhaber ab 14 Jahren."

Regisseur Joseph Sargent (eigentlich: Giuseppe Danielle Sorgente) drehte 1974 den Thriller-Klassiker "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" mit Walter Matthau

Wertung: 6 von 8 D-Mark