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Inhalt
Aber Steve Rogers will un-be-dingt in diesen Krieg, findet es ungerecht, dass andere "für ihr Land ihr Leben riskieren" und er das nicht darf. Als er sich zum fünften Mal, wieder unter falschem Namen, in eine Musterung schmuggelt und - wieder - durchfällt, wird Abraham Erskine auf den Schmächtling aufmerksam und rekrutiert ihn für ein geheimes Regierungsprogramm. Erskine, ein aus Nazi-Deutschland geflohener Wissenschaftler, arbeitet an einem Programm, das Supersoldaten erschaffen soll. Einen Versuch hatte er schon, damals noch in Deutschland. Der ging grässlich schief: Das erste Versuchskaninchen, Johann Schmidt, ist ein hochintelligenter, bösartiger Mann, der heute die Geheimorganisation Hydra leitet, sich für einen Gott - mindestens aber für göttlich - hält und den Alliierten mit unglaublich fortschrittlicher Militärmaschinerie den Sieg streitig macht. Erskines zweiter Versuch läuft besser. Aus dem schmächtigen Steve Rogers wird der muskelbepackte Unschuldskämpfer, der fortan als Captain America für die Heimat kämpft. Allerdings nicht in Übersee, sondern an der Heimatfront, zum Spendensammeln. Weitere Supersoldaten wird es indes wohl nicht mehr geben; ein deutscher Spion hat das Labor, unmittelbar nach Geburt unseres zukünftigen Helden, gesprengt - mitsamt allen Forschungsunterlagen und Dr. Erskine. Steve schafft es doch noch an die Front. Hinter die Front sogar. Mithilfe seiner befreundeten Kameradin Peggy Carter befreit Steve seinen Kumpel aus Kindertagen und 399 weitere Kriegsgefangene der Nazis aus einer Festung und wird prompt von ganz USA als Held gefeiert. Captain America ist geboren. Aber die Bedrohung ist nicht beseitigt. Johann Schmidt ist ja noch unterwegs, das erste Versuchskaninchen, bei dem der Versuch nicht so ganz glückte, weswegen Adolf Hitler seinen Superwissenschaftler als " Red Skull" verhöhnt. Hier stehen sich nun - Captain America vs. Red Sull - zwei gleichkräftige Supermenschen gegenüber; der eine hat sein Herz aus Brooklyn, der andere seine an Magie grenzende Wissenschaft. Für einen der beiden endet das Duell tödlich ... gewissermaßen ... Was zu sagen wäreDrahtseilakt gelungen, Heldenmovie erfolgreich gestartet. Die Gefahr war einigermaßen groß, dass dem durchschnittlichen Mitteleuropäer ein Star-spangled-Banner-schwingender Kampfmoral-ertüchtigende Sätze schmetternder US-Held entgegen tritt. Aber das MARVEL-Studio hat aufgepasst, dass mit Joe Johnston (Jurassic Park III, Jumanji) einer auf dem Regiestuhl sitzt, der mit comicbunter Action umzugehen weiß und dafür sorgt, einer der wichtigsten Figuren im MARVEL-Universum nichts Falsches geschieht. In den Comics hat sich der nur vordergründig staatstragende Captain America immer auf die Seite der Freiheit gestellt, die - auch im Comic - nicht immer die Seite Washingtons ist. Zwischenzeitlich war er gar als "Americas Most Wanted" im Untergrund verschwunden. Ein gutes Summer-Movie - der Spiegel spricht vom "schnörkellos guten B-Movie" - ist Captain America geworden, allerdings mit Abstrichen durch Geschichtsklitterung.
Davon abgsehen stimmt alles: Tommy Lee Jones durfte sich seine Dialoge offenbar selber schreiben und liefert ein Best of seiner Sentenzen und Szenen aus Men in black. Er ist für die Ironie und den flotten Spruch verantwortlich, auf den so ein Summer-Movie nicht verzichten kann; denn wenn Captain America etwas überhaupt nicht hat, nie hatte und auch nicht mehr bekommen wird, so ist das distanzierender Witz. Steve Rogers leidet an der Welt und dem Bösen an sich. Immer schon. Das sollte man im Vorfeld akzeptieren. Er kann sich ja nicht mal ordentlich betrinken. Der neue Stoffwechsel des Supersoldaten in weiß-blau-rot verhindert den ordentlichen Rausch. Und, wichtig für die Zielgruppe "Jungs": Zum Ende des Films, in der abwegigsten Situation - Helden jagen im Auto einem startenden Flugzeug nach, das Captain America vom Beifahrersitz aus erklimmen muss, während die messerscharfen Rotoren bedrohlich nahe kommen - gibt es den ersten Kuss der Angebeteten, die ihren Helden mit wässrig-himmelnden Augen durchdringend ansieht und dann sagt "Hol sie Dir!" "Captain America" ist eine der zentralen Figuren aus dem Superhelden-Kosmos der Comicfirma MARVEL und damit ein Mitglied der Familie von Spider-Man, Fantastic Four, Hulk, Iron Man oder Thor. Die Konkurrenzfamilie, der ältere Comicverlag DC, beheimatet die Ikonen SUPERMAN, BATMAN, Green Arrow oder Green Lantern. Der vorliegende Film ist zudem ein weiterer Vorbereitungsfilm auf das erwartete Frühjahrs-Spektakel 2012, wenn "The Mighty Avengers" in die Kinos kommt; die "ruhmreichen Rächer" bilden die zentrale Superhelden-Combo des Marvel-Kosmos' und sind Heimat der Mächtigsten der Mächtigen - eben Thor, Hulk, Iron Man, Captain America und Hawkeye, der treffsichere Bogenschütze, der in Thor eine kleine Gastrolle hatte. Wertung: 5 von 7 €uro Übersicht: Helden im Comic, Helden auf der Leinwand |