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A beautiful mind

Plakat A beautiful mind

dem Gladiator gelingt als Schizophrener
eine Kehrtwende

Titel A beautiful mind - Genie und Wahnsinn
(A beautiful mind)
Drehbuch Akiva Goldsman nach dem Buch von Sylvia Nasar
Regie Ron Howard, USA 2001
Darsteller Russell Crowe, Ed Harris, Jennifer Connelly, Christopher Plummer, Paul Bettany, Adam Goldberg, Josh Lucas, Anthony Rapp, Jason Gray-Stanford, Judd Hirsch, Austin Pendleton, Vivien Cardone, Jill Marie Simon, Victor Steinbach, Tanya Clarke u.a.
Genre Drama
Filmlänge 124 Minuten

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1947. John Forbes Nash, Jr. ist in Princeton eingetroffen, um sein weiterführendes Studium in höherer Mathematik aufzunehmen. "Das geheimnisvolle Genie aus Virginia" hat weder die richtigen Vorbereitungskurse besucht, noch stammt er aus einer der alteingesessenen oder wohlhabenden Familien; somit genießt er keinerlei Privilegien, die ihm seinen Eintritt in die "Ivy League" erleichtern würden -doch er hat das renommierteste Stipendium erhalten, das Princeton zu vergeben hat. Das bedeutet: er gehört wirklich hierher.

Es fällt Nash nicht leicht, sich in Princeton zurechtzufinden -und auch das ehrwürdige College tut sich mit dem Neuankömmling schwer. Gesellschaftliches Geplänkel und oberflächliche Neuigkeiten haben für ihn keinerlei Bedeutung, und auch die Vorlesungen sind ihm ziemlich gleichgültig. Er ist von einer einzigen Idee besessen: eine wahrhaft originelle Theorie zu entwickeln. Er ist davon überzeugt, dies sei seine Aufgabe, sein Lebensweg -die einzige Möglichkeit, jemals etwas Bedeutsames zu bewirken.

Eines Nachts dann in einer Kneipe: Nash beobachtet die Reaktionen seiner Kommilitonen auf eine heiße Blondine und eine Idee nimmt Formen an, die ihn Tag und Nacht nicht mehr loslassen wird. Daraus entsteht seine Forschungsarbeit zum Thema "Spiel- und Entscheidungstheorie" über die mathematischen Prinzipien des Wettbewerbs -eine Theorie, die in kühnem Widerspruch steht zur Doktrin von Adam Smitsh, dem Vater der modernen Wirtschaftswissenschaften. 150 Jahre gültiges Gedankengut ist überholt, und Nashs Leben hat sich für immer verändert.

Nash erhält einen begehrten Posten als Forscher und Dozent am MIT, ist dort aber nicht zufrieden. Er sehnt sich danach, im Kalten Krieg eine ähnliche Rolle spielen zu können, wie die Wissenschaft im Zweiten Weltkrieg. Sein Wunsch geht in Erfüllung, als ihn William Parcher vom Verteidigungsministerium anspricht. Nash soll einen Code dechiffrieren, mittels dessen die Russen eine Atombombe in die USA schleusen wollen. Nash stürzt sich mit Feuereifer in die Arbeit.

Nebenbei kommt er seinen Pflichten als Dozent nach und erregt dort die unnachgiebige Aufmerksamkeit einer Studentin: Alicia ist nicht nur eine gute Mathematikerin, sondern lässt sich auch durch die Schrullen des Dozenten nicht davon abbringen, das Genie möglichst ganz für sich zu gewinnen.

Bald wird geheiratet, doch Nash kann ihr nichts über das gefährliche Projekt anvertrauen, an dem er für Parcher arbeitet. Der Stress, die Heimlichtuerei und die ständige Gefahr fordern ihren Preis: Nash ist verschlossen, obsessiv und schließlich völlig verloren in einer anderen Welt -Halluzinationen begleiten ihn auf Schritt und Tritt.

Die Diagnose lautet: paranoide Schizophrenie...


Was zu sagen wäre

Was für ein Film! Die Filmbiografie eines echten Nobelpreisträgers, wenn auch der echte Nash kein solch begeisterter Kalter Krieger war, wie der Film-Nash.

Ron Howard ist wohl einer der am meisten unterschätzte Regisseur in Tinseltown. Ob er in "Apollo 13" die Klaustrophobie einer Raumkapsel mitten in den Kinosaal thrillt oder hier das vermeintlich dröge Formel-Leben eines Mathematikers beschreibt, der trotz Schizophrenie im Jahr 1994 den Nobelpreis verliehen bekommt für eine Theorie, die der normale Kinogänger eher nicht verstehen wird... Ron Howard schafft es, seine Zuschauer bei der Stange zu halten. Russel Crowe als schizophrenes Genie erweist sich, nehme ich als Relation seinen "Gladiator" oder seinen Wissenschaftler in "Insider", als erschreckend brillantes Chamäleon. Anders als die Größen der 70er und 80er in seinem Fach (DeNiro-Pacino-Hoffmann) braucht Crowe keine Manierismen, um sein Genie zu spielen -was einzig etwas irritiert, ist sein muskulöser Körperbau, der einem mathematischen Dauerformulierer nicht gerecht wird. Es ist kein Wunder, dass Crowe beim Rennen um die OSCARs wieder (nach "Insider" und "Gladiator") ein gewichtiges Wort mitspricht.

Jennifer Connelly (*12. Dezember 1970 in Catskill Mountains, New York) spielt Nashs Ehefrau Alicia. Auch sie ist -und auch zurecht- für den OSCAR nominiert und das könnte ihr endlich auf die große Bühne helfen. Ich habe mich in sie verliebt, als sie 1986 als große genervte Schwester in dem Fantasy-Spektakel "Labyrinth" gegen den kauzigen Magier David Bowie antreten musste; später sah ich sie wieder in Produktionen wie "Hot Spot - Spiel mit dem Feuer" (USA 1991), wo sie Don Johnson den Kopf verdrehte, in dem Superheldenspaß "Rocketeer" (USA 1991) oder in "Dark City" (USA 1998) -und demnächst gibt sie die Betty Ross in der Neuverfilmung des "Gewaltigen Hulk". Sie ist eine Schönheit die mit jedem Fältchen nur noch attraktiver wird.

"A beautiful Mind" passt in seine Zeit. Das Kino nach der Jahrtausenwende spielt mit den doppelten Böden individueller Wahrnehmung. Ron Howard präsentiert seinen Zuschauern zunächst eine ganz normale Kinoeschichte mit Held, Geheimnis, Liebe und Gefahr --und wenn sich die Hälfte davon in der Luft schizophrener Einbildung auflöst, müssen wir Zuschauer erst einmal überprüfen, was von dem bislang gesehenen denn überhaupt noch Bestand hat. Die kleinen Überraschungen und Howards Verpflichtung seinen Zuschauern gegenüber, diese nie zu langweilen, machen den Film einzigartig.

Wertung: 6 von 6 €uro