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Arielle - Die Meerjungfrau

Plakat: Arielle - Die Meerjungfrau

Ein großes Werk
der Zeichentrickkunst

Titel Arielle - die Meerjungfrau
(Little Mermaid)
Drehbuch

John Musker + Ron Clements + Roger Allers
nach der Erzählung Die kleine Meerjungfrau von Hans-Christian Andersen

Regie John Musker, Ron Clements, USA 1989
Stimmen

Dorette Hugo / Anna Carlsson, Ute Lemper / Naomi van Dooren, Edgar Ott / Jochen Striebeck, Beate Hasenau, Lutz Riedel / Oliver Stritzel, Joachim Kemmer / Ron Williams, Jürgen Kluckert / Hartmut Neugebauer, Tobias Thoma / Denis Reuße, Santiago Ziesmer / Erwin Nowak, Frank Schaff-Langhans / Jan Josef Liefers, Helmut Heyne / Thomas Reiner, Victor von Halem / Walter von Hauff, Hannelore Schüler / Uschi Wolff u.a.

Genre Zeichentrick / Märchen
Filmlänge 108 Minuten

Inhalt

Plakat zur neuen Synchronfassung von Arielle - Die MeerjungfrauDie kleine Meerjungfrau Arielle hat einen Traum. Einmal nur möchte sie die faszinierende Welt der Menschen an der Oberfläche kennenlernen. Die abenteuerlustige Nixe mit den wallenden roten Haaren kann nicht glauben, dass die Menschen fleischfressende Barbaren sind, wie ihr Vater, der mächtige Meereskönig Triton, das immer behauptet. Als sie den jungen Prinzen Erik vor dem Ertrinken rettet und sich in ihn verliebt, steigert dies nur Arielles Sehnsucht nach der geheimnisvollen Welt über dem Meer.

Die böse Seehexe Ursula scheint Arielles größten Wunsch erfüllen zu können. Sie schließen einen folgenschweren Pakt: Durch Zauberei soll Arielle für drei Tage zum Menschen werden, dabei aber ihre wunderschöne Stimme einbüßen. Gemeinsam mit ihren beiden Freunden, der Krabbe Sebastian und der Flunder Fabius, macht sie sich daran, das Herz Eriks zu gewinnen. Jedoch: Bekommt sie von Erik nicht innerhalb der drei Tage einen "Kuss der wahren Liebe", gehört die Seele Arielles der Hexe.

Tatsächlich scheint die Meerjungfrau auch ohne Stimme Erik bezaubern zu können. Ursula jedoch hat schon längst einen teuflischen Plan geschmiedet, um das Unterwasserreich von Arielles Vater Triton an sich zu reißen ...

Was zu sagen wäre

Charakterplakat: Sebastian in Arielle - Die MeerjungfrauNach einer langen Durststrecke, auf der sich die Produktionen aus den Disney-studios verrant hatten und die irgendwann Ende der 1970er jahre begann, kam mit "Arielle" plötzlich der Zauber in den Zeichentrick zurück. Trotz der vielfach in solchen Filmen störenden Songs war Little Mermaid ein durchschlagender Erfolg und, wie sich in der Rückschau zeigt, nur der Auftakt für ein goldenes Disney-Jahrzehnt, in der "Die Schöne und das Biest" und "Der König der Löwen" die Headliner sind.

Zur Wiederauflage 1998 fand einem internationalen Vorhaben Disneys folgend auch in der Deutschen Fassung eine Neusynchronisation statt, die bis heute von der großen Fangemeinde der 1990er-Fassung abgelehnt wird und nun "enger am englischen Original" sein soll, wie Buena Vista International behauptet Bedauerlicherweise waren die deutschen Verleihchefs der kurzfristigen Mode verfallen, Zeichentrickfilme von prominenten Schauspielern oder Sängern synchronisieren zu lassen, die man werbetauglich auf Rote Teppiche schicken und auf Filmplakat schreiben kann. Jan Josef Liefers wurde der neue Prinz anstelle des unbekannten, aber gut-unauffälligen Frank Schaff-Langhans, Ron Williams ersetzte Joachim Kemmer als Krabbe Sebastian - was in meinen Augen und Ohren ganz besonders schade ist. Der Nachteil der Promis am Mikrofon: sie drängen sich ihrem Engagement gemäß, in den Vordergrund und machen aus einem Prince Charming einen aufdringlichen Jan-Josef Liefers in Prinzenverkleidung - oder aus einer devot-verzweifelten Krabbe einen Ron-Williams-Klon. Das tat dem Film nicht gut; noch heute, 15 jahre später höre ich immer wieder: "Sag mal, hast Du den Arielle-Film noch in seiner ursprünglichen Synchronfassung?"

Die Gründe für das Beharren auf der Neusynchronisation von Seiten Disneys liegen laut Aussage eines Mitarbeiters von Buena Vista Schweiz beim Buena Vista Mutterkonzern Disney Burbank, die die Entscheidung aus "kreativen Gründen" fällten. Neusynchronisationen sind bei Disneyfilmen in Deutschland keine Seltenheit, bereits in den 1970er Jahren geschah Ähnliches beispielsweise bei Pinocchio und Dumbo. Schneewittchen und die sieben Zwerge existiert gar in drei verschiedenen Synchronfassungen. Trotzdem erregte diese Praxis bei keinem anderen Film so viel Protest wie bei Arielle.

Wertung: 10 von 10 D-Mark (in der neuen Synchronfassung 8 von 10 D-Mark)