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Inhalt
Ist Kurtz einfach nur durchgedreht, oder ist das seine Methode, sich dem Irrsinn des Krieges zu verweigern? Der glasklare Auftrag verliert, je länger Willard im Kriegsgebiet unterwegs ist, immer mehr die Kontur, weil Krieg, wie ihn Willard gelernt hat, gar nicht stattfindet: Die Soldaten, auf die er trifft, führen Krieg nur um das eigene Überleben gegen einen übermächtigen Feind, oder sie führen ihm zu Wagners "Walkürenritt" die "Schönheit einer Napalmexplosion" im südostasiatischen Dschungel vor ... Was zu sagen wäre"Ich liebe den geruch von Napalm am Morgen!" Dieser Ausruf von Lieutenant Colonel Bill Kilgore (Robert Duvall) sicherte Coppolas Film den Einzug in die Zitatenkiste der Menschheit. Der Satz wird gerne zitiert, wenn es um Krieg, Anti-Krieg oder um Wahnsinn im Kino geht. Der Filmtitel wurde zur gängigen Metapher, wann immer jemand ausdrücken will, dass etwas engültig gescheitert ist - von der Ehe bis zur Terrorbekämpfung, "Apocalypse Now beschreibt den Zustand.
Der Regisseur brachte mehr als vier Jahre mit der Konzeption und Fertigstellung des Films zu. Allein die sehr aufwändigen und äußerst kräftezehrenden Dreharbeiten auf den Philippinen dauerten ein ganzes Jahr. Finanzierungsprobleme, Alkoholexzesse, ein Herzinfarkt des Hauptdarstellers und katastrophale Produktionsbedingungen trieben viele Beteiligten an den Rand des Wahnsinns. "Ich wollte einen Film machen, der ein Gefühl dafür vermittelt, wie es in Amerikas schmutzigstem Krieg wirklich zuging: roh, unmenschlich, grausam, moralisch verkommen und gleichzeitig unfassbar grotesk", sagte Coppola später. Im Mai 2001 kehrte "Apocalypse now" wieder im Rahmen der Festspiele von Cannes auf die Leinwand zurück. "Apocalypse now Rudux" - "redux" meint "Zurück zu den Anfängen" - heißt die überarbeitete und stark erweiterte Fassung. Sie zeigt zwei komplett neue Sequenzen, vor allem aber viele kleinere Einstellungen, die in der eher fragmentarischen ersten Kinoversion aus wirtschaftlichen Gründen fehlten. Das ursprünglich 147 Minuten lange Werk bringt es in der erweiterten Fassung auf 203 Minuten. Wertung: 10 von 10 D-Mark |