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Agenten sterben einsam

Plakat: Agenten sterben einsam

Besser geht es fast nicht
Ein Brecher unter den Kommano-Filmen

Titel Agenten sterben einsam
(Where Eagles dare)
Drehbuch Alistair MacLean
Regie Brian G. Hutton, UK/USA 1968
Darsteller

Richard Burton, Clint Eastwood, Mary Ure, Patrick Wymark, Ferdy Mayne, Michael Hordern, Ingrid Pitt, Donald Houston, Peter Barkworth, William Squire, Robert Beatty, Brook Williams, Neil McCarthy, Vincent Ball, Anton Diffring, Derren Nesbitt, Victor Beaumont u.a.

Genre Thriller
Filmlänge 155 Minuten

Inhalt

Deutschland im Winter 1943/44: Major Smith soll mit einem Sonderkommando während des 2. Weltkriegs in den winterlichen Alpen abgesetzt werden. Sein Auftrag lautet: Eindringen in Schloss Adler, Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes. Das Kommandounternehmen soll den US-amerikanischen General George Carnaby aus der Nazi-Gefangenschaft befreien. Carnaby sitzt im Hauptquartier des deutschen Geheimdienstes in der schwer befestigten Burg Adler fest. Er soll mit allen Mitteln dazu gebracht werden, alles über die bevorstehende Invasion der Alliierten zu verraten.

Smith landet mit seinen Männern in den winterlichen Alpen hinter den feindlichen Linien. Ein Mann stirbt. Und als sie ihr schwerbewachtes Ziel erreichen, sind weitere Männer tot. Ermordet.

Smith hat offenbar einen Verräter unter seinen Leuten. Aber das Kommandounternehmen ist nicht mehr zu stoppen. Dem kleinen Trupp bleibt nichts übrig, als den Anstieg auf die Burg zu starten. Smith hat alles perfekt geplant - sogar solche Eventualitäten, die eigentlich gar nicht eintreten können ...

Was zu sagen wäre

US-Plakat: Where Eagles dare"Agenten sterben einsam" ist neben "Die Kanonen von Navarone" die erfolgreichste Verfilmung eines Romans des Thrillerspezialisten Alistair MacLean. und er gehört zu den Filmen, die ich zum ersten mal als Teenager auf der Cinémascope-Leinwand gesehen habe. Anschließend verließ ich wie hypnotisiert das (Weißhaus)-Kino in Köln Sülz, völlig baff, wie geil Kino ist: Große Bilder, große Charaktere, große Verschwörung und mehr Wendungen und Twists, als meine Mutter Locken im Haar.

Clint Eastwood als Lt. Morris Schaffer ist eine Augenweide. Bescheiden, uneitel gibt er den loyalen, aufmerksamen, durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Soldaten und den Anker für das wichtige US-Publikum, das ansonsten ausschließlich Briten und Nazis vor sich hatte.

Eine große Nummer bot auch Richard Burton. Hätte es damals schon den Begriff "Cool" gegeben, Burton wäre "cool" gewesen. Mit kaltem Blick, harter Faust und heißer MG spult er kühl seinen Plan ab. Und als der endlich offen vor dem Zuschauer steht, sitzt der amüsiert mit offenenm Mund im Kinosessel - auch, wenn er das Buch vorher gelesen hat. Kein Wunder: Hier ist eines der seltenen Beispiele, in denen jemand ein gutes Drehbuch geschrieben hat und später dartaus einen ebenso schlüssigen, spannenden Roman macht - und ich rede nicht von dem inflationär angebotenen "Buch zum Film", sondern von einem eigentständigen Werk.

Großes Kino!

Wertung: 11 von 10 D-Mark

Das Online-Lexikon Wikipedia schreibt zu "Where Eagles dare": Hollywoodstar Richard Burton, dessen vorherige Filme floppten, wandte sich an den Filmproduzenten Elliott Kastner, um seine Karriere wieder in die richtige Bahn zu lenken. Der etablierte Autor Alistair MacLean, der 1961 weltweiten Erfolg mit "Die Kanonen von Navarone" verbuchen konnte, wurde damit betraut, ein geeignetes Drehbuch zu schreiben. MacLean verfasste das Originaldrehbuch zu Agenten sterben einsam - welches er später zu einem Erfolgsroman adaptierte - in nur sechs Wochen. Clint Eastwood, der zu dieser Zeit bereits zu den populärsten Action-Stars zählte und selbst an Hauptrollen gewöhnt war, sollte die zweite Hauptrolle neben Burton spielen und konnte nur mit einem enormen Gagenangebot von 800.000 Dollar überredet werden.

Die Dreharbeiten fanden zwischen Januar und Mai 1968 in Österreich in den Ortschaften Werfen, Lofer, Ebensee und Aigen im Ennstal statt. Als Schloss Adler im Film diente die Festung Hohenwerfen, 40 km südlich von Salzburg. Bei der Seilbahn handelt es sich um die (alte) Feuerkogelseilbahn in Ebensee (Salzkammergut, Oberösterreich).

Agenten sterben einsam wurde zu einem großen finanziellen Erfolg, und auch Kritiker reagierten überaus positiv: "Where Eagles Dare is so good for its genre that one must go back to The Great Escape (1963) for a worthy comparison" (deutsch: "Agenten sterben einsam ist auf seine Art so gut, dass man für einen angemessenen Vergleich bis zum Film Gesprengte Ketten (1963) zurückgehen muss"), schrieb die Variety.
Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: "Ein reißerischer, unglaubwürdiger und überlanger Kriegsfilm, der seine Spannung hauptsächlich aus der Frage bezieht, wer auf welcher Seite steht und ein Verräter oder Doppelagent ist."

Der Funkspruch Broadsword ruft Danny Boy (engl. Broadsword calling Danny Boy), mit dem Burton mehrmals die englische Geheimdienstzentrale anfunkt, wurde in England zu einer geflügelten Formulierung, die gerne in einer humoristischen Weise beim Telefonieren verwendet wird.
Den Hubschrauber, mit dem nach circa 30 Minuten ein Wehrmachts-General im Innenhof der Festung landet, hat es 1943 noch gar nicht gegeben. Es handelt sich hierbei um eine Bell 47, die erst 1946 als erster ziviler Hubschrauber die Flugzulassung in den USA erhielt. Tatsächlich aber waren 1943 bereits in Serie hergestellte deutsche Hubschraubertypen im Einsatz, unter anderem die Focke-Achgelis Fa 223 (ab 1941) und die Flettner Fl 282 (ab 1942).
Bei dem Schützenpanzer in der Ortschaft, der in zwei Szenen zu sehen ist, handelt es sich um einen Schützenpanzer SPz A1 der Firma Saurer, dessen Prototyp erst ab 1958 hergestellt wurde.