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The Abyss

Plakat The Abyss

In James Camerons
meerestiefen steckt mehr Weltraum
als in manchem
Perry Rhodan

Titel The Abyss
(The Abyss)
Drehbuch James Cameron
Regie James Cameron, USA 1989/1993
Darsteller

Ed Harris, Mary Elizabeth Mastrantonio, Michael Biehn, Leo Burmester, Todd Graff, John Bedford Lloyd ,J.C. Quinn, Kimberly Scott, Captain Kidd Brewer Jr., George Robert Klek, Christopher Murphy, Adam Nelson, Dick Warlock, Jimmie Ray Weeks, J. Kenneth Campbell u.a.

Genre Science Fiction
Filmlänge 171 Minuten

Inhalt

Plakatmotiv The AbyssAls wäre das Leben nicht schon auch so eine Mühe, jetzt kommen auch noch Militärs runter auf die "Deepcore". Die Besatzung der kommerziellen Tiefseestation muss sich wohl oder übel fügen.

Ein Atom-U-Boot ist verloren gegangen. Unter mysteriösen Umständen. Das US-Militär will es gerne zurückhaben - schon des atomaren Sprengköpfe wegen. Aber auch, um rauszukriegen, ob die Russen hinter dem Unglück stecken.

Das U-Boot ist abgesackt - einige hundert Meter in die Tiefe. Hier kommt "Deepcore", die Tiefseestation, ins Spiel, die hier unten arbeitet. Sie soll den Spezialtauchern der Marines als Basis dienen. Dass der Anführer der Marines so tief unter dem Meeresspiegel durchdreht, erleichtert die Situation nicht. Ausgerechnet hier unten taucht etwas Unbekanntes auf.

Das heißt, man weiß es nicht so genau. Lindsay behauptet, etwas "gesehen" zu haben - kann aber nicht sagen, was und glaubt sich selbst nicht so recht. Zumal hier unten Bud Brigman das Sagen hat, der nicht zufällig denselben Nachnamen trägt wie Lindsay. Sie, Lindsay, ist gerade dabei, sich von ihm, Bud, scheiden zu lassen. Da ist es schwer, sowas zu sagen wie "Ich habe einen Engel gesehen!"

Aber genau das hat Lindsay getan. Einen Engel gesehen...

 


Was zu sagen wäre

DVD-Cover The Abyss - Special EditionEin hemmungsloser Gruß an die wahre Intelligenz, die - irgendwo da draußen - existieren muss; anders wäre das Leben doch nicht zu ertragen. James Cameron zeigt gerne breitbeinig, was er hat und kann. Wahrscheinlich ist es gar kein Zufall, dass "Bud" Brigman mit seinem wahren Vornamen, "Virgil", nur einen Buchstaben entfernt ist von "viril" (="männlich"). Bei Cameron dürfen Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander ihren Mann stehen. Und sie liegt ihm am Ende zu Füßen, weil er eben doch noch einen Schritt heldenhafter war, als sie.

Und selbstverständlich siegt am Ende der Bauch über den Kopf, das Gefühl über den Verstand. "The Abyss" ist Camerons Sehnsucht nach dem großen Bruder, der die bessere Welt aus der Tasche holen wird.

Das Personal ist bekannt. Es könnten die Überlebenden unter Ripleys Kommando aus der 1986er-Version der Alien-Saga sein: versetzt aus dem All in die Tiefen des Meeres, aber da hat Cameron, der leidenschaftliche Taucher, noch nie so genau unterschieden.

James Cameron beschäftigt sich nach Aliens diesmal mit freundlichen außerirdischen Lebewesen, die ihr Domizil in einer unergründlichen Tiefseespalte haben. Der aufwendig gemachte SciFi-Thriller zieht seine Spannung vor allem aus dem gespannten Verhältnis der Arbeiter-Crew mit den Militärs. Cameron nutzt die klaustrophobischen Zustände in der Unterwasser-Station für packende Actionszenen und dramatische Konflikt-Situationen.

Cameron dreht gerne lange Filme, zweieinhalb-Stunden-Filme. Notfalls verlängert er im Nachhinein, für eine nochmalige Auswertung bereits erschienener Filme. Es gibt Langfassungen von Terminator 2 - Tag der Abrechnung und Aliens - Die Rückkehr. Jedesmal rundeten die actionarmen Szenen Figuren oder Handlungsstrenge ab. Bei The Abyss war das anders: Die zuvor wirre und naiv-träumerische Mär von pinkfarbenen Aliens in lustigen Raumfähren bekam durch die 30 Minuten an zusätzlichen Bildern und Szenen eine neue Qualität, die den Film in ein erzählerisches Gleichgewicht brachten. Rückblickend betrachtet ist der Film - im Gegensatz zu den zeitlosen Terminator- und Alien-Figuren - eher ein Produkt jener 1980er Jahre mit ihrem Glauben an das fröhliche anything-go. Im Umfeld des Filmstarts war zurecht immer die Film-Trick-Technik hervorgehoben, Camerons geniales Handwerk beschrieben worden. Die Story selbst ist in ihrer Naivität etwas anstrengend.

"Interessant", urteilt Alexander Röder auf amazon.de, "ist die weitläufige Verwandtschaft zum im gleichen Zeitraum entstandenen Roman von Michael Crichton Die Gedanken des Bösen, der später unter dem Originaltitel Sphere verfilmt wurde".

Wertung: 8 von 11 Mark

Die Filme von James Cameron