Filminfo:
A:
Absolute Power
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Eastwood ganz gemächlich
Gelungener thriller im Schneckentempo
| Titel |
Absolute Power
(Absolute Power) |
| Drehbuch |
William Goldman
nach dem Roman von David Baldacci |
| Regie |
Clint Eastwood, USA 1997 |
| Darsteller |
Clint Eastwood, Gene Hackman, Ed Harris, Laura Linney, Scott Glenn, Dennis Haysbert, Judy Davis, E.G. Marshall, Melora Hardin, Kenneth Welsh, Penny Johnson, Richard Jenkins, Mark Margolis, Elaine Kagan, Alison Eastwood
u.a. |
| Genre |
Thriller |
| Filmlänge |
121 Minuten |
Inhalt
Luther Whitney hat sein Geld mit verflucht hochklassigen Einbrüchen gemacht. Ein letzter Bruch noch, dann will er sich zurückziehen. Daraus wird nichts.
Bei diesem letzten Coup wird er Zeuge eines Schäferstündchens des US-Präsidenten, das wenig zärtlich mit dem Tod der Gespielin endet - hingerichtet vom Secret Service.
Der Mord erregt großes Aufsehen - die Tote war die sehr junge Gattin eines der reichsten Industriellen der westlichen Welt. Schnell werden alle Spuren verwischt, nur den einzigen Zeugen haben die Stabschefin und die Secret Service Leute übersehen.
Und bald sieht sich Whitney einem Heer von Verfolgern ausgesetzt, unter denen die Polizei noch der harmloseste Gegner ist ...
Was zu sagen wäre
Das Script stammt aus der Feder der Drehbuchlegende William Goldman. Regie führt Hollywood-Legende Clint Eastwood. Vor der Kamera stehen
... na ja ... jede Menge Legenden. Was soll da schief gehen? Ernsthaft: Nichts. Das Erzähltempo: lakonisch. Die Action: Maßvoll. Dabei hätte dem etwas wilden Plot der Romanvorlage etwas mehr tempo schon gut getan. Aber Tempo ist Eastwoods Sache nicht. Gemächlich blättert er die Einsamkeit des Altgauners auf. Hat man sich mal darauf eingelassen, kann man den Thriller genießen, wie einen alten Rotwein.
Es ist wunderbar, Eastwood bei der Arbeit buchstäblich zuzusehen; zu erleben, wie er sich scheinbar alle Zeit der Welt nimmt, um die Figuren akribisch auf seinem Schachbrett zu verteilen, bis jede unenbtrinnbar auf ihre Bestimmung zugeht. Und dann, etwa um die Hälfte des Films, gibt es den ersten Showdown: Scharfschützen auf offener Plaza, fünf Perspektiven, das Tempo des Films zieht an und wechselt die Stimmung zum kleinen Verschwörungs-Thriller in bester 1960er-Anmutung.
Da kommt das Ende fast etwas plötzlich, ganz so, als hätte Eastwood ein Einsehen mit den Produzenten gehabt und statt eines Drei-Stunden-Films dann doch den klassischen Zwei-Stunden-Thriller abzuliefern.
Erwähnen sollte ich unbedingt Judy Davis, die die Chefin des Secret-Service-Teams spielt. Ihre zunehmend käsige Hektik-Haut, ihr hagerer Panikkörper, der sich dennoch in absoluter Verehrung zu ihrem Präsidenten immer wieder aufrafft und versucht, trotz Sturmflut attraktiv zu sein ... das ist schon einen zweiten Blick wert.
Wertung: 9 von 11 D-Mark |