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InhaltHajum Hirsch Ullstein betrieb noch eine Papiergroßhandlung in der Nachbarschaft der Synagoge in Fürth, dem "fränkischen Jerusalem". Sein Sohn Leopold wagte den Sprung nach Berlin, wo er die erste Zeitungsdynastie des Kontinents gründete. Seine fünf Söhne erweiterten das Verlagsimperium um Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Illustrierte und vieles andere. Sie schufen den ersten modernen Medienkonzern der Welt, bis die Nazis den Verlag zerschlugen und die Familie ins Exil trieben. Die Story der Ullsteins ist ein Stück deutscher Wirtschafts-, Demokratie- und Pressegeschichte. Sie bedeutet aber auch eine genaue Beobachtung des Antisemitismus über Jahrzehnte hin. Vor allem hat Sten Nadolny den mitreißenden Roman einer ehrgeizigen, einfallsreichen Familie geschaffen, mit allen Fehlern, Schwächen und Rückschlägen, mit allen Erfolgen und Hoffnungen. Und, ganz unvermeidlich: Liebe und Glück kommen auch vor...
Was zu sagen wäre
Dennoch ist das Buch über strecken eine gelungene Geschichtsstunde: Wir galoppieren einen hundertjährigen Zeitstrahl entlang, kommen in Berührung mit der jüdischen Gemeinde in Führt, der "Adler" genannten Lokomotive, mit Einstein hier und Virchow da und als wir uns dem Nationalsozialismus nähern, verlässt Nadolny über viele Seiten die Familie, um dem Leser dann doch noch mal zu erklären, wie das denn nun war mit den nazis und wie es zum Ermächtigungsgesetz kam und was Hindenburg damit zu tun hatte und und und. Es war das viele über die deutsche Historie zwar von vielen erschöpfend, aber eben noch nicht von allen gesagt. Über die Familie Ullstein erfahren wir da nur, wer wann aus demLand geflohen ist. Ich habe das Buch um 2005 rum zu Weihnachten geschenkt bekommen. Gelesen zwischen dem 19. Oktober 2009 und dem 21. Januar 2010. Der Autor: |