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InhaltChyna Shepard ist eine junge Frau, die nach einer harten Kindheit die Regeln des Überlebens beherrscht. Sie schließt selten Freundschaft, wie etwa mit Laura, die Chyna für ein Wochenende zu ihrer Familie einlädt. Doch selbst in der Geborgenheit des Farmhauses im idyllischen Oregon findet sie keine Ruhe. Und in diesem Fall erweisen sich ihre Instinkte als zuverlässig. Ein Mann dringt in das Haus ein. Er liebt es, Worte aus den Buchstaben seines Namens zu bilden und sie seinen Opfern zuzuflüstern, bevor er sie umbringt. Er ist ein Mensch, der in seinem Leben nur ein Ziel kennt: jeden Moment auszukosten, ohne Furcht, ohne Bedenken. Schnell sind alle tot - bis auf Chyna. Sie folgt dem Mann, der gerne auch mal eine lebende Spinne verspeist und wird Zeugin weiterer Morde, die der Mann mit ebensoviel Genuss wie Brutalität zelebriert. Dabei hört Chyna auch, dass der Killer ein Mädchen gefangen hält um es beizeiten zu vergewaltigen, zu foltern und dann zu töten. Nun kann sie nicht mehr aussteigen, Chyna muss dem Mädchen, das sie in so vielem an sie selbst erinnert, helfen. In dem abgelegenen Landhaus des Killers schließlich wird sie dessen Gefangene, die einem grausamen Ende entgegensieht...aus dem Klappentext Was zu sagen wäre
Der Rest dieser Seiten aber ist innerer Monolog, kaum Dialog, wieder innerer Monolog und nächtliches Verfolgen des Killers - mit innerem Monolog - über regennasse Straßen, auf denen nicht wirklich handlungstreibendes geschieht. Im Haus des Killers nimmt der Roman endlich Fahrt auf, weil die Hoffnung des Lesers steigt, es möge nun endlich etwas passieren. Aber dann ergeht sich Koontz - zum Beispiel - über fünf Seiten in der Beschreibung, wie die an einen Stuhl gekettete Chyna versucht, sich zu befreien - wieder viel innerer Monolog. Aber bis zum Finale gehen nochmal 200 Seiten ins Buchleben. Da erfahren wir dann auch noch viel über die schreckliche Kindheit Chynas, die jedoch im vorderen Teil erschöpfend umrissen wurde. Dean Koontz wird oft in einem Atemzug mit Stephen King genannt und ich weiß immer noch nicht, warum. Koontz' Schreibe ist umständlich, die handelnden Personen sind nicht interessant. Stephen King hat es geschafft, einen Roman über ein Mädchen zu schreiben, das sich im Wald verirrt ("Das Mädchen, USA 1999"), oder über eine Frau, deren Mann beim Liebesspiel in einem einsamen Landhaus stirbt, während sie mit Handschellen ans Bett gefesselt bleibt, hilflos, nackt und der Winter kommt ("Das Spiel", USA 1992). Naturgemäß spielt sich auch dort viel über inneren Monolog ab und die Befreiung aus den Handschellen geht gleich über mehrere Kapitel - aber das war spannend und fiebernd zu lesen. Koontz hingegen füllt Seiten, als bezahle ihn sein Verlag nach Anzahl der geschriebenen Worte; also hängt er noch eine Art Epilog hinten dran, der überflüssig ist und sich im letzten Satz des Romans erschöpft - aber so werden's halt noch mal ein paar Seiten mehr. Nach "Dunkle Flüsse des Herzens" war der vorliegende mein zweites Koontz-Erlebnis - und mein letztes. Das Buch habe ich zum Geburtstag 2002 von einer Freundin geschenkt bekommen. Auch sie kennt den King/Koontz-Vergleich und wollte mir eine Freude machen. Dass der Roman schlecht ist, dafür kann am wenigsten meine Freundin etwas. Es zählt der Gedanke, mit dem das Geschenk verbunden ist. |