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InhaltVor dem Moskauer Kreml wird während der morgendlichen Rushhour ein Zuhälter in seinem Mercedes 600 S ermordet. Die Attentäter haben einen Raketenwerfer benutzt. In unmittelbarer Nähe sitzt der Chef des russischen Geheimdienstes in seiner Limousine --ebenfalls ein Mercedes 600 S. Es stellt sich heraus, dass der Anschlag nicht dem Mafiamitglied und Zuhälter gegolten hat, sondern dem Geheimdienstmann. Und offenbar haben die Chinesen ihre Hand im Spiel. Im Weißen Haus in Washington kämpft derweil der wieder gewählte Präsident Jack Ryan mit den Tücken seines Jobs, verflucht mindestens dreimal täglich die Grundzüge der Politik, die mit Logik und Vernunft nichts zu tun haben. In Peking versucht eine Handelsdelegation der USA, der chinesischen Führung klar zu machen, dass das Handelsdefizit von 70 Milliarden Dollar jährlich zugunsten der Chinesen nicht hingenommen werden kann. Die Chinesen mauern und beklagen sich statt dessen, dass die USA Taiwan als eigenständige Republik anerkannt haben. Und in Sibirien wurden Öl und Gold in einer Menge gefunden, die den Reichtum der OPEC-Staaten blass erscheinen lassen. Jack Ryan sieht sich mit einer internationalen Krise allergrößten Ausmaßes konfrontiert, als die Chinesen auf die Idee kommen, ihre Nordgrenze zu Sibirien noch weiter nach Norden zu verschieben, um an Gold und Öl heranzukommen. Wieder einmal steht ein Dritter Weltkrieg vor der Haustür. Im Klappentext wird dann noch darauf hingewiesen, dass Ryan seinen seinen Freund und Supersoldaten Clark mit seiner RAINBOW-Truppe ins Gefecht schickt. Das ist zwar richtig, sielt aber nur eine untergeordnete Rolle... Was zu sagen wäre
Auch Clancys reaktionäre Haltung allem gegenüber, was nicht US-amerikanisch ist, ist schlimmer geworden. Den Deutschen liegt das "Soldat sein grundsätzlich im Blut", die Russen säßen ohne die FBI-Unterstützung und Militärunterstützung der USA immer noch auf den Bäumen und China ist das neue Reich des Bösen, regiert von Leuten, die kleine Mädchen entjungfern. Das nervt ein bisschen. Ebenso wie die Larmoyanz des Präsidenten Ryan, der dauernd über seine schreckliche Situation als Präsident schimpft. Einmal hätte eigentlich gereicht. Diesmal hackt Clancy auch noch ausgiebig auf Hollywood herum, dem die bisherigen Verfilmungen seiner Romane "Jagd auf Roter Oktober", "Die Stunde der Patrioten" und "Das Kartell" viel zu liberal sind. Insgesamt gesehen: ein spannender Roman für die Urlaubstage am Strand, der gut und gerne vierhundert Seiten kürzer hätte ausfallen dürfen. Im Sommer 2001 wurden die Dreharbeiten zu "The sum of all fears" in Kanada abgeschlossen. Nach Alec Baldwin und Harrison Ford sehen wir jetzt Ben Affleck in der Rolle des CIA-Mannes Jack Ryan. Sollten weitere Ryan-Romane verfilmt werden, könnte sich Affleck schnell als Fehlbesetzung herausstellen, da Jack Ryan am Ende des folgenden Buches, "Ehrenschuld", seine CIA-Karriere abgeschlossen hat und erst Sicherheitsberater, dann Vize-- und ganz am Ende durch eine Giga-Katastrophe US-Präsident wird. Benn Affleck als Präsident der Vereinigten Staaten? Harrison Ford hat seine kinopräsidiale Tauglichkeit immerhin in "Air Force One" bewiesen. Tom Clancys "Jack Ryan"-Romane:
Der Autor: Außerdem schreibt Clancy mehrere Sachbücher zum Thema Militärtechnik und zusammen mit Steve Pieczenik und Martin Greenberg die erfolgreichen Taschenbuchserien "OP-Center", "Net Force" und "Power Plays". Tom Clancy lebt in Maryland. |